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Politik

Hinrichtungstermin am 7. März

Andreas Hausammann, Beauftragter für populäre Musik bei der St.Galler Kantonalkirche, besucht und betreut seit Jahren einen zum Tode verurteilten Häftling in Texas. Am 4. März reist er erneut hin, denn am 7. März soll sein Freund Rolando Ruiz durch die Giftspritze sterben.

Kibo: Was sind die neusten Infos zu Rolando? 

Andreas Hausammann: Rolandos Anwältinnen vom Texas Defender Service arbeiten mit allen Mitteln daran, das festgelegte Datum vom 7. März noch einmal zu verschieben. Sie sehen dies als ihre Pflicht, sagen mir aber am Telefon auch in aller Ehrlichkeit, dass sie kaum noch Chancen sehen für einen weiteren Aufschub. Wir müssen also davon ausgehen, dass die Katastrophe ihren geplanten Lauf nimmt. Mein Vater Peter und ich haben jetzt unsere Flüge gebucht und fliegen am 4. März nach Texas, um Rolando und seine Familie in den beiden letzten Tagen vor der Hinrichtung zu unterstützen und um uns von ihm zu verabschieden.

Wie gehst es Dir in dieser Situation?

Dieser dritte Termin ist für mich emotional deutlich der schlimmste. Nach den hoffnungsvollen Wendungen letzten September scheint die Lage jetzt so trostlos wie noch nie, und langsam setzt sich bei mir immer mehr die
Erkenntnis durch, dass ich in wenigen Tagen werde zusehen müssen, wie mein langjähriger Freund hingerichtet wird. Das ist eine grosse Belastung für meine Seele.

Weisst Du, wie Rolando damit umgeht?

Rolando klingt in seinen Briefen nach wie vor sehr stark und aufrecht. Er fühlt sich geborgen und sicher in der Gegenwart seines Gottes und in der Unterstützung durch seine Familie und Freunde, wobei es bei uns oft eher so ist, dass er uns trägt als wir ihn. Rolandos Hoffnung, auf der anderen Seite erwartet zu werden, und sein unerschütterliches Vertrauen macht nicht nur ihn stark, sondern auch uns.

Trotzdem macht er sich grosse Sorgen um seine gesundheitlich schwer angeschlagene Mutter. Niemand von uns kann sich vorstellen, wie sie das Unaussprechliche aushalten soll. Es wird eine grosse Aufgabe sein, sie gemeinsam durch dieses dunkle Todestal zu begleiten. 

 

Kirchenbote SG, März 2017


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