

Frischer Wind im Religionsunterricht: Dave Büttler aus Kriens ist der Erfinder und Autor eines neuartigen Bibel-Mirakelspiels, das sich speziell an Kinder und Jugendliche wendet.
BIBELSPIEL • «Null Bock» auf Religion: Jugendliche zwischen zehn und 16 interessieren sich für viele Dinge – Religion zählt dabei allerdings nicht unbedingt zu den Favoriten der Teenager. Dave Büttler, katholischer Katechet in Meggen, weiss dies aus eigener Erfahrung: «Die Bibel ist für viele Jugendliche einfach extrem weit weg von der eigenen Realität». Um das zu ändern, besann sich der heute 32-Jährige auf seine eigene Jugend, in welcher der begeisterte Fantasy-Rollenspieler gemeinsam mit Freunden stundenlang in fremde Erzählwelten abtauchte. Seine Idee: Spiele zu entwickeln, die den Spieltrieb der Jugendlichen ansprechen, spannend sind und dabei auch noch Bibel-Wissen vermitteln.
Kirchliche Unterstützung
Nach zahlreichen Testversionen, die im eigenen Unterricht aber auch von Kollegen ausprobiert wurden, wurde es ab 2005 ernst: Im Team mit Co-Autor Patrick Wermelinger und Layouter Chrsitian Bornhauser setzte Büttler seine Ideen professionell in die Tat um. Das Ergebnis, das Bibel-Mirakelspiel «Der Schatz in den Katakomben», erschien jetzt im Luzerner Rex-Verlag. Für das ansprechende Erscheinungsbild sorgen vor allem die liebevoll gemalten, bunten Illustrationen von Büttlers Frau Agnes Avagyan. Die aus Armenien stammende, studierte Künstlerin und Karikaturistin lernte ihren Mann über das Spielprojekt kennen und lieben. Finanziell unterstützt wurde die Entwicklung von verschiedenen katholischen und reformierten kirchlichen Stellen, darunter auch die reformierte Luzerner Landes-kirche.
Der «Schatz in den Katakomben» führt die Spielenden ins antike Rom des Jahrs 455 nach Christus, als die Vandalen in die Stadt einfielen. Die Unruhen sind im vollen Gang, als die Spielenden auf eine gefährliche Suche geschickt werden, die sie in die urchristlichen Katakomben führt. Eine Person übernimmt die Spielleitung die anderen schlüpfen in die Rollen der Hauptfiguren und müssen dabei schwierige Situationen, unter anderem auch durch Textsuche in der Bibel, meistern.
Spielspass im Vordergrund
Die Jugendlichen vertiefen sich bereitwillig in die Geschichte um die frühen Christen in den Katakomben Roms, wie Dave Büttler mit Videos von Spieleinsätzen eindrücklich belegt. Doch wie beurteilen es die Fachleute? Sabine Boser, Leiterin der Fachstelle Religionsunterricht der Luzerner Kantonalkirche, hat das Spiel selbst ausprobiert: «Ich sehe darin, wie in anderen Spielen auch, vor allem eine Möglichkeit den Unterricht aufzulockern und weniger eine Methode, um Inhalte zu vermitteln». Hinzu komme, so die Theologin, dass das Spiel gut zwei Doppellektionen in Anspruch nehme und somit erstmal im voll gepackten Lehrplan Platz finden müsse.
«Der Spass am Spiel steht für mich klar im Vordergrund», erklärt Büttler. Für ihn bedeute es schon einen Erfolg, wenn durch das Spiel bei den Jugendlichen eine Vorstellung von den biblischen Geschichten und ihrer Zeit entstünde: «In die Tiefe gehen kann man immer noch».
So hofft der Erfinder, der bereits an einer Multimedia-Version des Abenteuerrollenspiels arbeitet, seine Idee noch auf weitere biblische und historische Themen auszuweiten und auch ausserhalb des Schulunterrichts, etwa in Lagern und Freizeiten und Familien, zu verbreiten. «Wenn man dann auf dem Pausenplatz hört: ‚Bibel ist ja cool’, ist das doch ein toller Ansporn!», findet Büttler.
Annette Meyer zu Bargholz
Links:
www.mirakelspiel.com