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Schaffhausen

Beton trifft auf Sandstein

Zwei Pfarrerinnen und ein Pfarrer bieten einmal im Monat eine
Exkursion in eine Kirche in der Umgebung an.

 

BILDUNG • Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah, sagten sich ein Pfarrer und zwei Pfarrerinnen und bieten Führungen zu baulichen Perlen in der nächsten Umgebung. «Die schönsten öffentlichen Räume sind Kirchen», sagt Peter Vogelsanger, Pfarrer in Herblingen. Sie verdienten es, intensiv betrachtet zu werden. Aber die meisten Menschen würden Kirchenräume nur in hoch emotionalen Momenten betreten: an einer Hochzeit, einer Beerdigung oder einer Taufe. Dann nähmen sie den Raum kaum wahr. «Schade eigentlich», meint Vogelsanger.
Aus diesem Grund bieten er und seine Kolleginnen Dorothe Felix und Elke Rüegger-Haller Führungen an, um Kirchen «in Ruhe anzuschauen». Jeden Monat steht eine andere Kirche auf dem Programm. Und jedes Mal wird diese unter einem besonderen Aspekt beleuchtet, von Referenten, die einiges darüber erzählen können.
Nachdem im Februar verschiedene Kostbarkeiten im Münster gezeigt wurden, gilt der Besuch im März der «Betonkirche» St. Konrad. Das katholische Gotteshaus wurde 1970 vom renommierten Architekten Walter Förderer gebaut und «weckt unterschiedliche Gefühle», so Vogelsanger, der für diesen Anlass zuständig ist. Als Fachperson hat er den Architekten Christoph Weigele beigezogen, zusammen gehen sie der Frage nach, «wie man sich in einer Betonkirche wohl fühlen kann».

Baumaterial voll Widerspruch
Anders als Stein, der behauen wird oder Holz, das wächst, sei Beton, dem bei der Herstellung viel Energie zugeführt werde, ein Bauelement, in dem sich riesige Kräfte ballten. Förderer habe mit den Möglichkeiten des Baustoffs Beton experimentiert. Er lasse schwere Kuben scheinbar leicht über den Köpfen schweben, oder er gebe dem Beton die gewachsene Struktur von Holz. Beides seien formale Widersprüche, die zu erkunden sich lohne.
Weitere Ziele der Exkursionen werden in diesem Jahr die Kirche in Schleitheim, die Barockkirche Paradies, die neue katholische Kirche in Feuerthalen, die emotional besonders befrachtete Waldfriedhof-Kapelle, die «multireligiöse» Flughafenkirche in Zürich-Kloten und das Zentrum Heuberg der Chrischona sein. Immer soll eine Eigentümlichkeit der Bauwerke besonders unter die Lupe genommen werden. So beispielsweise in der Kirche Paradies die barocken Farben, die ein Zuckerbäcker gemischt haben könnte.


Nächste Kirchenexkursion: 21. März, 14.30 Uhr, Kirche St. Konrad, Schaffhausen

he