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Kultur

Eine schillernde Persönlichkeit

27.10.2016
«Niklaus Manuel ist eine der schillerndsten Figuren in der Zeit des Umbruchs vom Mittelalter in die Neuzeit», sagt Jakob Messerli, Direktor des Bernischen Historischen Museums. Im Film stellt Andreas Schwendener vom St. Galler Kirchenboten die Ausstellung «Söldner, Bilderstürmer, Totentänzer. Mit Niklaus Manuel durch die Zeit der Reformation» vor.

Niklaus Manuel (1484–1530) war Maler, Zeichner, Söldner, Literat, Politiker und Diplomat in einem. Die Ausstellung «Söldner, Bilderstürmer, Totentänzer. Mit Niklaus Manuel durch die Zeit der Reformation» folgt der Biografie dieser schillernden und markanten Persönlichkeit, die für eine ganze Epoche beispielhaft ist. Eine reiche Auswahl von Ausstellungsstücken zeigen die Welt von Niklaus Manuel. Hier geht es zum Film

Neue Medien (Buchdruck), neue Welten (Entdeckung Amerikas), neue Erkenntnisse (Renaissance) und ein neuer Glaube (Reformation) prägen diese Umbruchphase der europäischen Geschichte am Ende des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Mit der Reformation zerbricht in Europa die einheitliche christliche Vorstellung vom Sinn des Lebens. Existentielle Themen wie Liebe, Gewalt und Tod erhalten eine neue Dringlichkeit. In der damaligen Eidgenossenschaft rücken Fragen nach «Fremdem» und «Eigenem», nach Zusammenhalt und Abgrenzung und nach Beeinflussung durch ausländische Geldgeber und Mächte in den Vordergrund. Aus dem Blickwinkel von heute sind die ersten Jahrzehnte der Neuzeit von überraschender Aktualität.

Die Ausstellung folgt der Biografie Niklaus Manuels vom Söldner zum Staatsmann, vom Künstler zum Bilderstürmer. Hochkarätige Gemälde, unbekannte Zeichnungen, Holzschnitte und Texte von Manuel sowie Bücher, Waffen, Kostüme, Bildteppiche, Glasmalereien und Skulpturen aus den Sammlungen des Bernischen Historischen Museums und von mehr als dreissig Leihgebern aus der Schweiz und Europa lassen Manuel und die Welt, in der er lebte, lebendig werden. Die Ausstellung zeigt eine schillernde Persönlichkeit, einen grossen Künstler und beispielhaft eine ganze Epoche. Sie ist auch ein Beitrag zum Reformationsjubiläum 2017.