Logo
Kirche

«Das war zum Abheben»

18.12.2016
«Hier spüre ich einen Adventszauber, den ich sonst nirgends finde.» «In den Sonntagsgottesdienst gehe ich kaum, aber die Nacht der Lichter bringts.» «Die Atmosphäre, die Kerzen, die Gesänge, ich fühle mich wohl.» Drei Stimmen von Jugendlichen, welche die 10. Nacht der Lichter in der Kathedrale und in der Laurenzenkirche mitgefeiert haben. Das Video dazu finden Sie im Serviceteil unter Videos oder auf dieser Seite, unten rechts.

Begonnen hatte das «spirituelle Highlight» im Advent, wie die Organisatoren die Nacht der Lichter jeweils ankündigen, mit einem Sternmarsch. Rund 400 Jugendliche mit Fackeln strömten aus allen Richtungen in den Klosterhof. Gemeinsam essen, diskutieren, sich im Chor einsingen – die Nacht der Lichter begann schon lange vor der Türöffnung um 19.30 Uhr. Immer mehr Menschen, jüngere und ältere Semester, strömten in den Klosterbezirk. 

In beiden Kirchen begann die Gebetsstunde gleichzeitig. Bischof Markus Büchel eröffnete sie in der evangelisch-reformierten Stadtkirche St.Laurenzen, Kirchenratspräsident Pfarrer Martin Schmidt in der Kathedrale, dies zum ersten Mal in seiner Amtszeit. Es war ein rührendes Zeichen der Ökumene und passend für eine Feierstunde, welche jeweils der Spiritualität der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé im Burgund folgt. 

Gesang und Kerzen statt Worte

Tausende Kerzen wurden entzündet und die eindringlichen Taizé-Lieder wie gewohnt mehrmals wiederholt gesungen – dazwischen kurze Psalmtexte, das Unser Vater und Stille. Eindrücklich war, wie so viele Menschen ganz still wurden. Aussergewöhnlich auch, dass kaum Handys im Einsatz waren. Gegen Abschluss wechselte Bischof Markus Büchel, begleitet vom Taizé-Kreuz, in die Kathedrale. 

Gemeinsam mit Martin Schmidt begrüsste er nach der Feierstunde alle, die kommen wollten, im Festsaal der Bischofswohnung zu Begegnung und Gespräch. Unter den Besuchern waren einige, die in organisierten Carfahrten aus der Innerschweiz oder sogar dem Kanton Fribourg angereist waren. Die Nacht der Lichter von St.Gallen ist mittlerweile über die Region hinaus bekannt.

Ein Kraftakt fürs OK

Der ökumenische Grossanlass findet alle zwei Jahre statt und ist jeweils ein Kraftakt für das OK sowie die rund 100 Helferinnen und Helfer. Die Beteiligung, die Stimmung und die Rückmeldungen waren auch diesmal ein schöner Lohn für die gewaltige Arbeit. «Ich war, zugegeben, eher skeptisch», sagte ein Konfirmand, der zum ersten Mal dabei war. «Aber echt, das war zum Abheben.» 

 

Text: Sabine Rüthemann | Foto: Michael M. Eugster – Kirchenbote SG, Januar 2017