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Gesellschaft

Moschee Netstal: Reformierte fordern Transparenz

13.12.2016
Die Reformierte Glarner Landeskirche fordert die Islamisch-Albanische Gemeinschaft auf, bezüglich der Finanzierung ihrer Aktivitäten Transparenz zu schaffen. Nur so könne diese dem Vorwurf entgegentreten, ihre Moschee in Netstal sei mit Geldern der Islamischen Weltliga gebaut worden.

Auf Flugblättern der kürzlich gegründeten Glarner Sektion von PNOS («Partei National Orientierter Schweizer») ist von einer radikalislamischen Unterwanderung der Islamisch-Albanischen Gemeinschaft die Rede, der die Moschee in Netstal gehört. Obwohl Beweise fehlen, dass die PNOS-Behauptungen zutreffen, ist die Reformierte Landeskirche besorgt um den Wirbel, der um das einzige islamische Gotteshaus im Glarnerland entstanden ist. «Im Rahmen der ‹Woche der Religionen› pflegen wir christliche Kirchen mit der Islamisch-Albanischen Gemeinschaft einen wertvollen Dialog», hält Ulrich Knoepfel, Präsident der Reformierten Landeskirche, fest. «Jetzt sind wir schon etwas erstaunt, von salafistischen Umtrieben in dieser Gemeinschaft zu hören».

Finanzielle Transparenz schaffen

Auch wenn es erst Vermutungen auf salafistische oder sonstige radikalislamische Aktivitäten gibt, schaut es die Reformierte Landeskirche in der heutigen Situation als umumgänglich an, dass die Islamisch-Albanische Gemeinschaft von sich aus Einblick gibt in ihre Aktivitäten, insbesondere auch in finanzieller Hinsicht. «Nur so kann die Gemeinschaft dem Vorwurf entgegentreten, ihre Moschee sei mit Geldern aus Saudi-Arabien gebaut worden, wo angeblich auch radikalem islamischen Gedankengut verpflichtete Imame und Wanderprediger ausgebildet werden», hält Ulrich Knoepfel dezidiert fest. Transparenz in jeder Beziehung sei für religiöse Gruppierungen, auch für die christlichen Landeskirchen, in der heutigen aufgeheizten Stimmung ein Gebot der Stunde.

Antiislamische Stimmungsmache ist in gewissen Kreisen heute leider auch in unserem Land zur Normalität geworden, meist mit dem Ziel eines kurzfristigen Erfolgs im politischen Kampf. Die Reformierte Landeskirche distanziert sich in aller Form von Verlautbarungen und Flugblättern, wie sie Anfang Woche von der fremdenfeindlichen PNOS in die Glarner Briefkästen verteilt worden sind. Insbesondere verwahrt sie sich auch gegen den Anspruch solcher Gruppierungen, christliche Werte zu verteidigen. Wegweiser für die Reformierten ist der echte interreligiöse Dialog, den die christlichen Kirchen im Rahmen der «Woche der Religionen» gerade wieder letzten Monat mit andern nichtchristlichen Glaubensgemeinschaften im Glarnerland gepflegt haben.

Peter A. Meier / 13. Dezember 2016