Logo
Kirche

Bern

Deutliches Ja zu Fusionsverhandlungen

22.08.2017
Eine erstaunlich klare Bereitschaft für eine Fusion zeigten am Wochenende die Stadtberner Kirchgemeinden. Ein wichtiger Meilenstein ist damit geschafft.

Neun der zwölf Kirchgemeinden der Stadt Bern sagten einstimmig, drei mit sehr klarer Mehrheit Ja: Mit den Entscheiden an den Versammlungen vom 19. und 20. August kann in der Gesamtkirchgemeinde jetzt ein konkreter Fusionsvertrag erarbeitet werden.

Andreas Hirschi ist positiv überrascht: «Ich bin sehr erfreut, dass die Abstimmungsresultate so deutlich waren. Das zeigt den grossen Rückhalt des Projekts Strukturdialog.» Der Präsident des Kleinen Kirchenrates (Exekutive) der Gesamtkirchgemeinde spricht damit den Reorganisationsprozess an. Dieser läuft bereits seit 2010 (vgl. Infobox unten).

Fusionsabstimmung wohl 2019
Die Abstimmung über den eigentlichen Fusionsvertrag wird voraussichtlich 2019 erfolgen. Mit dem Entscheid vom Wochenende können ein Steuerungsgremium und eine Projektleitung den Vertrag ausarbeiten. Begleitet wird der Prozess von einer externen juristischen Beratung.

Im Steuergremium werden gemäss Andreas Hirschi je eine delegierte Person jeder Kirchgemeinde und der Gesamtkirchgemeinde sitzen. Die Gruppe dürfte ungefähr einmal monatlich zusammenkommen. «Das Gremium wird aushandeln und entscheiden, wie die Kirchgemeinde Bern funktionieren soll», sagt Hirschi.

Aufgabe der Projektleitung ist es gemäss Hirschi unter anderem, den Fusionsvertrag gemäss den Vorgaben des Gremiums zu entwerfen.

Mitwirkung noch unklar
Wie eine mögliche Mitwirkung von Kirchenmitgliedern aussehen könnte, sei noch nicht klar, sagt Andreas Hirschi. Sicher könne man bei der oder dem Delegierten der eigenen Kirchgemeinde Anliegen einbringen. Möglich seien beispielsweise auch Workshops. Aber die konkrete Vorgehensweise müsse jetzt erarbeitet werden. «Ganz sicher werden die Mitarbeitenden der Kirchgemeinden einbezogen», betont Hirschi.

Im vergangenen April präsentierte die Projektkommission einen Vorschlag in Form von «Arbeitshypothesen» für die künftige Kirchgemeinde Bern. Wichtige Elemente sind fünf Kirchenkreise anstelle der zwölf Kirchgemeinden, gemeindeweite Abstimmungen und Wahlen, Möglichkeiten für fakultative Referenden und Initiativen sowie ein Vollamt fürs Präsidium des Kleinen Kirchenrates. Die neue Kirchgemeinde Bern könnte frühestens 2020 Realität sein.

Marius Schären, reformiert.info, 21. August 2017

Seit 2010 im «Strukturdialog»
Die reformierte Stadtberner Kirche entwickelt seit gut sechs Jahren ihre neue Struktur. Der Grosse Kirchenrat der Gesamtkirchgemeinde hat bereits im Herbst 2010 das Projekt «Strukturdialog» in Auftrag gegeben. Grund dafür waren hauptsächlich der andauernde Rückgang der Kirchenmitglieder und die damit sinkenden Steuereinnahmen.
Ziel des Strukturdialogs ist es, die reformierte Kirche in der Stadt Bern für die Zukunft «fit zu machen» und auch künftig lebendige Kirche zu sein, wie es die Gesamtkirchgemeinde in einer Mitteilung formuliert.