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Gesellschaft

. . . Vater sein dagegen sehr?

Johan Bävman fotografierte Schweizer Väter bei der Betreuung ihrer Kinder. Im September zeigt eine Ausstellung in Liestal seine Bilder. Sie gewähren einen ausdrucksstarken Einblick in eine weitgehend ungewohnte Lebenswelt.

«Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.» So sagt es der Volksmund. Die Wahrheit? Einen Einblick in die Vielschichtigkeit des Vaterseins gewährt eine Ausstellung, die an verschiedenen Orten in der Region Basel Porträts des schwedischen Fotografen Johan Bävman von Schweizer Vätern zeigt. Sie teilen die Betreuung ihrer Kinder mit ihren Frauen – von einem Tag bis zum Vollzeithausmann.

Dem Ausstellungskonzept liegt die Bildserie «Swedish Dads» von Johan Bävman zugrunde. Beinahe fünfzig Männer hat er während ihres Vaterschaftsurlaubs in ihrem Familienalltag abgebildet. Das sprach Menschen in etlichen Ländern unmittelbar an – und löste enorme Echos in den Medien aus. «MenCare Schweiz» hat den Fotografen letzten Winter in die Schweiz eingeladen. Entstanden sind 13 aussagestarke Porträtfotografien.

Ein Reifungsprozess
«Die Erfahrung von Kindererziehung, Familienarbeit und Haushalten bringt eine übergeordnete Gelassenheit, Rundumsicht, Weisheit und Reife. In keiner Management-Schule der Welt kann man das sonst lernen», sagt Adriano Maranta, Sozialpädagoge und seit 2014 Hausmann. Eine Erfahrung, die er mit zwölf anderen Vätern teilt, die der Kinderbetreuung viele positive Seiten abgewinnen. Selbst dann, wenn sie zuweilen zur Überforderung wird.

«Vater werden hiess für mich, an eigene Grenzen zu stossen, den Umgang mit Frustration und Wut zu lernen, die Perspektive des Kindes zu sehen, flexibel im Alltag zu werden und Grundsatzfragen zu zweit zu klären», schildert Fabian Rölli, der in einem Brockenhaus in leitender Funktion arbeitet, seine Erfahrungen mit der Kinderbetreuung.

Spielen, wickeln, schmusen
Bävmann porträtiert die 13 Schweizer Männer in verschiedensten Situationen mit ihren Kindern: beim Spielen, Wickeln, Essen, Schmusen, Beruhigen oder Schlafen. Es sind Fotos, die den Alltag unaufdringlich darstellen und zur Auseinandersetzung mit dem Thema anregen.

Um mit möglichst vielen Menschen in den Dialog zu treten, wird die Ausstellung an mehreren Orten gleichzeitig präsentiert, darunter das Basler Kinderspital, Quartiertreffpunkte, die Markthalle, Bankfilialen und Fitnesszentren.

Für die Ausstellung zeichnet das «Vernetzungstreffen Männerarbeit Region Basel» verantwortlich. Die Institution setzt sich aus Fachleuten und Organisationen zusammen, die sich mit Männer- und Gleichstellungsthemen befasst. Dazu gehört auch die Fachstelle Genderfragen und Erwachsenenbildung der Reformierten Kirche Baselland.

Franz Osswald, Kirchenbote, 24. August 2017

Ausstellung «Väter»: Vernissage Liestal, Donnerstag, 7. September, Kulturhotel Guggenheim, 17.30 Uhr. Vernissage Basel, Donnerstag, 26. Oktober, Offene Kirche, Elisabethen, 18 Uhr

 


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