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Leben & Glauben, Gesellschaft, Kultur

Ist Durchhalten überholt?

24.11.2017
Mit den Worten von Colette Downing, «Wenn der Wind der Veränderungen durch unser Leben weht, können wir Mauern bauen – oder Windmühlen... Der Entscheid liegt bei uns!», luden die Frauen für Frauen im Glarnerland und die Evangelische Frauenhilfe Glarnerland zum diesjährigen Einkehrtag ins Kirchgemeindehaus Glarus ein.

Mit einer Beethoven-Sonate stimmte Heidi Blumer musikalisch auf den Tag ein, bevor Präsidentin Monika Dürst-Legler die Frauen und die Referentin Heidi Hofer-Schweingruber, psychologische Beraterin aus Zürich, begrüsste.

Das gelebte Leben zählt

Mit grosser Freude und Humor referierte Heidi Hofer zum Thema «Durchhalten». Ihre Ausführungen brachten die Zuhörerinnen oft zum Schmunzeln. Aushalten, Durchhalten – passt das noch in die heutige Zeit oder ist das überholt?

Was zählt, ist das gelebte Leben, die Lebenserfahrung macht es aus. Nur Aushalten oder Durchhalten ist kein gelebtes Leben, damit man sich als Heldin fühlt, wenn man nicht davon läuft, weil man es nicht mehr ausgehalten hat. Man kann auch zu weit gehen im Durchhalten und sollte sich eine Auszeit nehmen – und wenn es nur zehn Minuten sind –, um den Tag zu reflektieren und die Momente zu nutzen, um wieder zu sich zu kommen.

Lebenslanges Lernen und sich immer wieder Verändern gehören zu den Massnahmen, damit man bis ins hohe Alter lebendig bleibt. Der Mensch ist bis zum Schluss lernfähig und sollte die seelische Arbeit erledigen, wenn er noch stabil ist, damit der Eintritt ins hohe Alter ohne grosse Belastung bewältigt werden kann. Aber auch die Angst ist ein Lebensbegleiter wie der Mut, die Wut, die Liebe, das Sterben und der Tod. Man muss lernen, mit diesen Gefühlen umzugehen. Wer schaut zu meinem Inneren, wenn nicht ich selber?

Wann ist das Mass voll?

Man muss ehrlich zu sich selber sein, um eine schwierige Situation zu ändern. Es wird Zeit, etwas in seinem Leben zu ändern, wenn es mehr Ärger als Freude, mehr Ablehnung als Freundschaft gibt und man sich einsam fühlt. Wenn die Störungen und Zwischenfälle häufiger sind als ein ruhiger Lebensfluss und man mehr Abwertung als Liebe bekommt. Wenn man am Morgen häufiger mit schlechter Laune aufwacht als mit Vorfreude auf den Tag. Man entscheidet selber, wann das Mass voll ist. Und wenn dann der Wind der Veränderungen zu wehen beginnt, kann man Mauern dagegen bauen oder Windmühlen, die seine Kraft nutzen.

Zum Schluss ermunterte die Referentin die Frauen, sich selber im Spiegel anzulächeln und selbstbewusst das Leben zu meistern.

Monika Dürst dankte Heidi Hofer für den interessanten Vortrag mit einem kleinen Präsent. Weiter dankte sie den Frauen, die für das feine Mittagessen gesorgt hatten. Sie wünschte allen eine schöne Zeit mit vielen guten Gedanken und wies auf die kommenden Veranstaltungen hin wie den «Zauberhaften Frauenmorgen in der Zirkusstadt Mugg» und die Adventsfeier hin.

Weitere Infos dazu gibt es auf der neuen Webseite www.frauenfürfrauen.ch.

Gret Menzi