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Gesellschaft

«Blick über den Tellerrand»

Das Brettspiel «Blick über den Tellerrand» fragt nach dem Umgang mit Lebensmitteln. In Schaffhausen wurde das Spiel anlässlich der Kampagne von «Brot für alle» getestet.

Mit Essen spielt man nicht, lernte man als Kind. Nicht so beim Brettspiel «Blick über den Tellerrand». Je sechs Frauen sitzen um die Tische im Frauenzentrum Schaffhausen, in den Händen halten sie Spielkarten. In der Mitte der Tische liegen Spielbretter, die den Weltatlas zeigen, in Form eines Tellers. Die Frauen diskutieren angeregt, ob es mehr Energie brauche, wenn man Kartoffeln im Backofen oder in der Isolierpfanne erwärmt. Die Frage hat eine der Spielerinnen gezogen.

Die Karten von «Blick über den Tellerrand» beziehen sich auf den Konsum von Lebensmitteln. Die Spieler arbeiten sich vom Start in der Tellermitte durch die Kontinente bis zum Tellerrand vor. Vorwärts kommt, wer Wissen und nachhaltiges Verhalten einsetzt. 

Die Frauen an den Tischen stammen aus dem Heks-Projekt «Neue Gärten» im Schaffhauser Niklausenquartier. «Der Umgang mit Nahrungsmitteln ist für sie ein grosses Thema», sagt Doris Brodbeck, Medienbeauftragte der reformierten Landeskirche, «das Spiel knüpft an ihre Lebenssituation an.» In Schaffhausen wurde das Spiel anlässlich der ökumenischen Kampagne «Brot für alle» und «Fastenopfer» vorgestellt. 

Erfunden hat das Brettspiel die junge Luzernerin Lucia Weingartner für ihre Maturarbeit: «Ich wollte etwas Konstruktives machen und bin auf die Idee gekommen, ein Lernspiel über den nachhaltigen Lebensmittelkonsum zu kreieren», sagt die Jungwacht-Blauring-Leiterin. Ein Jahr später entwickelte sie das Spiel in Zu-sam--
menarbeit mit «Jungwacht-Blauring Schweiz» und «Fastenopfer» weiter und brachte es auf den Markt. Lucia Weingartner möchte mit ihrem Spiel den Horizont zu erweitern. «Lebensmittel sind wertvoll und betreffen uns alle. In der heutigen Gesellschaft geht dieser Bezug oft verloren.

Das Spiel soll den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln fördern», sagt die junge Frau. Auf einem Bauernhof aufgewachsen, wurde ihr früh bewusst, dass Natur und Klima sensible Systeme sind. «Die Natur und ihr Fortbestand sind mir schon früh ans Herz gewachsen.» 

Die Studentin für Agrarwissenschaften erhofft sich durch ihr Spiel mehr Verständnis dafür, wie unser Verhalten Einfluss auf die Umwelt und das Leben in anderen Weltregionen hat. «Schön wäre es, wenn die Spielenden offen für die Thematik werden, sich kritisch hinterfragen und den Mut finden, eigene Projekte und Ideen in die Tat umzusetzen.» 

In der Ochsenschür geht die Diskussion weiter. «Wir sind mit dem Spiel nicht fertig geworden, weil die Gespräche so ergiebig waren», erzählt Doris Brodbeck. 

Gemeinden können das Spiel «Blick über den Tellerrand» bei Brodbeck (doris.brodbeck@ref-sh.ch) reservieren oder bei «Brot für alle» bestellen, www.brotfueralle.ch

Adriana Schneider, Kirchenbote, 22.1.2018