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Wirtschaft

10 000 Franken für syrische Flüchtlinge

Die Synode der Reformierten Kirche Kanton Solothurn bewilligte 10 000 Franken für syrische Flüchtlinge. An der Synode äusserte sich Regierungsrat Remo Ankli zu den Vorfällen in dem türkischen Heimatkunde-Unterricht.

An der Frühjahrs-Synode in Büren zeigten sich die Synodalen grosszügig. Sie folgten dem Antrag des Oltners Alex Weibel und erhöhten den Beitrag an das Hilfswerk der Evangelischen Kirche der Schweiz auf 10 000 Franken. Das Geld kommt den Flüchtlingen in Syrien zugute. Hintergrund dieser solidarischen Aktion waren die guten Rechnungen der Synode und des Finanzausgleichs, die Synodalrat Markus Leuenberger präsentierte. 
Die Synodenrechnung schliesst mit einem Gewinn von 98 758 Franken ab, die des Finanzausgleichs mit einem Überschuss von 99 500 Franken. Die Gewinne werden dem Eigenkapital gutgeschrieben.
Trotzdem rüstet sich die Kirche für die Zeiten, in der die Beiträge zurückgehen werden. Die Synodalen bewilligten die neue Ausrichtung der Bausubventionen, die künftig nur noch an die Sanierung von Kirchen, Kirchgemeindehäusern und Pfarrhäusern gezahlt werden. Erwirbt eine Kirchgemeinde Land und Liegenschaften, um Geld anzulegen, werde dies nicht mehr subventioniert, so Markus Leuenberger.
Angenommen wurde auch die Teilrevision des Konkordats zur Aus- und Weiterbildung der Pfarrer und Pfarrerinnen. Das sei notwendig geworden, weil das bisherige Verfahren zu teuer und zu wenig effizient war, sagte Synodalrat Erich Huber. Umstritten waren die Eignungsprüfungen für den -Pfarrberuf, welche die Studierenden durchlaufen mussten. «Man hat manchmal die falschen ausgesondert – jene, die sich gut verkaufen konnten, waren im Vorteil», bemängelte Huber.

Gutes Verhältnis zwischen Kirche und Staat
Unter den Gästen weilte Regierungsrat Remo Ankli. Ankli überbrachte der Synode die Grüsse der Solothurner Regierung und dankte der reformierten Kirche für die geleistete Arbeit und ihr Engagement. Thema sei nach wie vor der «Evergreen neue Finanzordnung». Das Verhältnis zwischen Staat und Kirchen sei gut, erklärte Remo Ankli. Es seien andere Religionen, welche die Politik beschäftigen. Vorab äus-serte sich der Regierungsrat zu den Fällen im türkischen Heimatkunde-Unterricht. Primarschüler hatten mit Waffen und in Uniform die Schlacht von Gallipoli nachgespielt. Es gehe nicht an, dass man Kinder für Agitation und politische Zwecke missbrauche. Die Politik müsste da genauer hinschauen und die Signale erkennen. 

Charta für Religionsgemeinschaften 
Ein Antrag verlange nun von der Regierung, eine Charta zu erstellen, in der die Glaubensgemeinschaften erklären müssen, dass sie die demokratischen Werte einhalten. Remo Ankli findet die Idee gut, fragt sich jedoch, wie weit der Kanton die Umsetzung überprüfen könne, sodass die Charta nicht zum «Papiertiger» werde. «Die Regierung will diese Diskussion führen, gerade vor dem Hintergrund der Migration.» Es gehe um nichts Geringeres als um die Frage und Durchsetzung der eigenen demokratischen Werte.

Tilmann Zuber / 28.6.2018