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Kirche, Gesellschaft

Ein Hauch von Afrika an der Chilbi Ennenda

19.09.2018
Wer an der Chilbi Ennenda das Zelt der Kirchgemeinde besuchte, erfuhr manches auf spielerische Weise über Senegal. Denn die Kirchgemeinde wirkt seit bald 20 Jahren bei einem afrikanischen Entwicklungsprojekt mit: Durch ein Alphabetisierungsprogramm soll die Entwicklung der Region im Nordosten des Landes verbessert werden.

Verschiedene Zelte und Stände säumen die Chilbi-Strasse. Schon von weitem ist das Zelt der Kirchgemeinde zu sehen und sind die Klänge der verschiedenen afrikanischen Instrumente zu hören. Angeleitet durch Massa Koné, lassen sich die Zuhörer mitreissen, mitzutrommeln. Allen voran Pfarrerin Iris Lustenberger und Ruth Schmid. Kinder gesellen sich dazu.

Informationsmaterial erläutert, wo die Kirchgemeinde Ennenda wie hilft. Es ist im Nordosten von Senegal. Vor fast 20 Jahren reisten die ersten Vertreter der Kirchgemeinde hin, und 2003 erfolgte eine weitere Reise. Die zugrunde liegende Idee: Nur Bildung führt zu Entwicklung.

Das Zelt ist mit Bambus verkleidet, farbige vergrösserte Bilder aus den Senegal-Besuchen veranschaulichen die Gegend der Einsätze. Die Kommission für Ökumene, Mission und Entwicklung mit Paula Engler, Trix Tschudi, Priska Nold und Gret Egli hat viel Zeit und Ideen für diesen Auftritt an der Dorf-Chilbi investiert. Kirchgemeindepräsidentin Cornelia Deuber freut sich, dass sich der grosse Aufwand gelohnt hat und dass offensichtlich eine gute Stimmung herrscht.

Kinder mörsern Getreide zum Rhythmus der Trommelklänge. Sie wissen, dass in jenen Dörfern diese schwere Arbeit geleistet werden muss, bevor Brei gekocht oder Brot gebacken werden kann.

Auf einem Tischchen liegen die nötigen Utensilien, um Mädchen afrikanische Zöpfchen in der gewünschten Haarfarbe zu flechten. Saskia Thiras kommt den Wünschen mit grossem Geschick nach. Die Kinder, die beim Trommeln mitmachen, können sich auf mit Batik-Stoff bezogenen Hockern niederlassen. Trotz Regen spürt man einen Hauch von Afrika.

Menschen ins Zelt einladen

Cornelia Deuber findet es passend, dass man etwas geschaffen hat im Sinn der offenen Kirche, der verschiedenen Generationen und auch im Sinn der Gastlichkeit: «Man möchte die Menschen in unser Zelt einladen.» Am Sonntag um wurde dann geschätzt, wieviel Mehl gemörsert wurde. Wer am genauesten schätzte, erhielt ein selbst gebackenes Brot.

Auch nach der Chilbi wird weiter Geld für das spezielle Projekt nach Afrika fliessen. So etwa sämtliche Spenden von Suppenzmittags und ebenso Einzahlungen von etlichen Einzelpersonen, die überzeugt sind, auf diese Weise helfen zu können. Nicht von ungefähr, denn das Projekt, das 1998 im kleinen Rahmen in zwei bis drei Dörfern begann, umfasst heute rund 60 Dörfer, die partizipieren. Es wird von der Schweiz aus durch das Heks, das Hilfswerk der evangelischen Kirchen, unterstützt.

Irène Hunold Straub