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Kultur

Die Kirche in Krinau wurde vom 8. bis 23. September zum Kunstobjekt

Alles Fassade oder nicht?

22.10.2018
Im Rahmen von «Alles Fassade», der Ausstellung der Kunsthallen Toggenburg in Krinau, ist auch die Kirche ein «Kunstobjekt» geworden.

Während 14 Tagen stand die Uhr still, die Glocken waren fast immer still, und ein Rettungsring hing an der Kirche. Die Reaktionen auf die Aktion liessen nicht auf sich warten.

Wiederholtes Hinsehen
«Es ist schön, dass es wieder einmal läutet», sagte eine Gottesdienstbesucherin am Bettag. Denn ausser um 17.35 Uhr täglich, eine Anspielung an das Geburtsjahr 1735 von Ueli Bräker, waren die Glocken stumm. Eine Reaktion, die viele teilten, war das wiederholte Hinsehen auf die Uhr. Ohne Nachzudenken schaut man auf den Kirchturm, um rasch die Zeit festzustellen.

Natel-Typ
Aber halt: Fast zwanzig nach acht Uhr (als Anspielung aufs Jahr 2018) kann es doch jetzt nicht sein! Und dann merkt man, dass ja die Uhr wegen «Alles Fassade» abgestellt ist. «Wenn man nicht so der Natel-Typ ist, der die Uhrzeit auf dem Handy feststellt, fehlt etwas im Alltag», sagte jemand. Und zwar sowohl die Uhrzeit wie der Stundenschlag.

Rettungsring
Der Rettungsring als «zeitloses Symbol der Rettung», wie der Kunstschaffende Hans Thomann sagt, war ein Augenfang. Direkte Reaktionen blieben aus. Der Ring hatte einen Aussendurchmesser von 1,5 Metern und war aus Aluminium. 

 

Text und Foto: Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg – Kirchenbote SG, November 2018


Von Jürg Hartmann erfasst am 06.01 2020 09:42

Fragen an...

Fragen an Buddha, Fragen an Allah, Fragen an Gott, Fragen an Manitou, Fragen an Mohammed, Fragen an das Göttliche im Menschen: Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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