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Politik

Asyl- und Integrationsbereich wird neu strukturiert

12.11.2018
Bereits zum vierten Mal lud die HEKS-Regionalstelle Ostschweiz a zu einer «WissensWerkstatt» ein. Über 100 Fachpersonen und weitere Interessierte liessen sich in Herisau in Inputreferaten und Workshops über die 2019 wirksam werdenden Neustrukturierungen im Asyl- und Integrationsbereich orientieren.

Die «WissensWerkstatt» der HEKS-Regionalstelle Ostschweiz lockte auch diesmal eine bunte Mischung von Interessierten aus Regierung, Verwaltung von Ostschweizer Kantonen und Gemeinden, Mitarbeitenden von Fachstellen, engagierten Freiwilligen und Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen ins evangelisch-reformierte Kirchgemeindehaus nach Herisau.

Vertiefung in Workshops
Nach einem Grusswort von Regierungsrat Matthias Weishaupt aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden erhielten die Gäste in Kurzreferaten von Roger Boxler, designierter Leiter Asylregion Ostschweiz, und Tilla Jacomet, Leiterin der HEKS-Rechtsberatungsstellen SG/AR/AI und TG, einen Überblick über das neue Asylverfahren. Lars Thoma, Abteilungsleiter des Amts für Soziales Abteilung Chancengleichheit Appenzell Ausserrhoden, informierte über die Veränderungen in Bezug auf Integrationsagenda ab 2019. In den anschliessenden Workshops konnten diese Themen vertieft und weiterbearbeitet werden. Die Workshops vermittelten zudem einen Einblick in die Arbeit von verschiedenen Akteuren der Integrationsagenda bzw. des Asylverfahrens ab 2019.

 Bewährtes und Blick auf Neues
Die «WissensWerkstatt» war sowohl für Gäste wie auch für die HEKS-Mitarbeitenden selbst eine gute Gelegenheit, gemeinsam den Stand der Veränderungen, die im nächsten Jahr zu erwarten sind, zu erfahren und kritisch zu diskutieren. Christian Hoffs von der HEKS- Rechtsberatungsstelle in Kreuzlingen vertiefte mit den Teilnehmenden die Veränderungen im Asylbereich ab 2019. Gregor Scherzinger (Caritas St. Gallen/Appenzell) diskutierte mit Freiwilligen und Verantwortlichen das Thema «Freiwilligenarbeit mit und für MigrantInnen». Im Workshop «Integrationsagenda 2019: Übrige VA/FL» berichtete Petra Abdelli («HEKS AltuM» Ostschweiz) über diese neue Begrifflichkeit, und in der Gruppe wurden verschiedene Fallbeispiele erarbeitet und intensiv diskutiert.

Neues Strukturen bei der Betreuung
Jelena Milošević, Projektleiterin «HEKS MosaiQ Ostschweiz, stellte die Fachstelle für qualifizierteMigrantinnen und Migranten vor. Die Teilnehmenden lernten das Angebot von «HEKS MosaiQ» kennen und erarbeiteten anhand konkreter Beispiele selbst Laufbahntipps für qualifizierte Migrantinnen und Migranten. Markus Laib vom Migrationsamt St.Gallen sprach in seinem Workshop über die Änderungen in den Betreuungsstrukturen im Asylbereich im Kanton St. Gallen ab 2019. Ein entsprechendes Konzept sei erarbeitet worden und werde aufgegleist, die praktische Umsetzung müsse zeigen, ob Korrekturen und Anpassungen notwendig seien.

Die Veranstaltung bot auch Gelegenheit, in den Pausen und während des Stehlunches am Mittag das eigene Netzwerk zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Rückmeldungen der Gäste waren denn auch durchwegs positiv.


Text und Foto:  Bettina Filacanavo, HEKS – Kirchenbote SG, November 2018

Wer ist das HEKS?

HEKS, das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz, wurde 1946 gegründet und unterstützt in 33 Ländern auf vier Kontinenten Projekte zur Bekämpfung von Hunger, Armut und Ungerechtig- keit. HEKS leistet zudem weltweit Nothilfe für die Opfer von Naturkatastrophen und kriegerischen Konflikten und unterstützt die diakonische Arbeit der reformierten Kirchen in Osteuropa. In der Schweiz setzt sich HEKS für die Rechte und die Integration von Flüchtlingen und sozial benach- teiligten Menschen ein. HEKS umfasst als nationale Organisation mit Hauptsitz in Zürich fünf Regionalstellen in der Deutschschweiz und eine Geschäftsstelle in der Westschweiz.

Die gemeinnützige, Zewo-zertifizierte Stiftung wird vorwiegend durch Spenden und Beiträge von Privatpersonen, Stiftungen, Kirchen und weiteren Institutionen sowie mit Erträgen aus Dienst- leistungen für Bund, Kantone und Gemeinden finanziert.


Von Jürg Hartmann erfasst am 06.01 2020 09:42

Fragen an...

Fragen an Buddha, Fragen an Allah, Fragen an Gott, Fragen an Manitou, Fragen an Mohammed, Fragen an das Göttliche im Menschen: Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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