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Leben & Glauben

Als Paar mit Gott unterwegs

21.01.2019
«Ich will dich mit meinen Augen leiten und dir den Weg weisen, den du gehen sollst» (Psalm 32,8). Rückblickend auf ihren bisherigen Weg können Ruth und Hans Kunz-Straub sagen, dass sich diese Zusage bewahrheitet hat.

Ruth erhielt sie als Konfirmationsspruch in der Chrischona-Gemeinde am Zürichsee. Ihr gemeinsamer Weg als Ehepaar begann 1952 in Marthalen, im Zürcher Weinland, wo Hans als Primarlehrer wirkte. Anfangs litt Ruth unter Depressionen, denn als gelernte Kindergärtnerin vermisste sie die Kinder. Eigene Kinder stellten sich nicht ein. Dank der verständnisvollen und einfühlsamen Begleitung durch ihren Ehemann überstand sie diese schwierige Zeit.

Wechsel ins Toggenburg
1954 wurden sie als neues Leiterehepaar für die Erziehungsanstalt Hochsteig in Wattwil angefragt. Dort lebten damals 20 milieugeschädigte Jugendliche. Hans und Ruth stellten sich bei dieser – wie bei anderen – Entscheidungen die Frage: «Was hat Gott mit uns im Sinn?» In der täglichen Losung der Herrnhuter, die sie bis heute lesen, bekamen sie eine Antwort: «Wohl dem, der sich des Bedürftigen annimmt, den wird der Herr erretten zur bösen Zeit» (Psalm 42,2).

«Wir haben immer versucht, einander mit Respekt und Achtung zu begegnen und einen gemeinsamen Nenner zu finden.»    
Ruth Kunz

Mit grossem Respekt, aber auf diese Zusage hin haben beide diese Aufgabe in der Hochsteig angenommen. Hans übernahm nebst der Heimleitung auch die interne Gesamtschule. Ruth war für die Betreuung der Buben und für die Wäsche zuständig – noch ohne Waschautomaten. Oft stiessen beide an ihre Grenzen, erlebten jedoch immer, dass sie sich gegenseitig stützten und ermutigten. 

Diese 15 Jahre in hoher Verantwortung schweisste ihre Ehe tiefer zusammen. Grosses Glück bedeutete für das Ehepaar nach sieben kinderlosen Jahren die Geburt ihres ersten Buben Johannes. Es folgten die beiden Söhne Matthias und Stefano. 

Beziehungen weiten das Herz
Währenddessen wuchs in breiten Kreisen das Bedürfnis nach einer Ausbildungsmöglichkeit für Mitarbeiter in Heimen. Hans fühlte sich angesprochen und erhielt 1969 die Stelle für den Aufbau und die Leitung der Ostschweizer Heimerzieherschule in Rorschach – der heutigen Fachhochschule für Sozialarbeit.

«Lieben heisst, einander ernst nehmen.»    
Hans Kunz

So zog die Familie Kunz an den Bodensee in eine Wohnung im Rorschacherberg, wo das Paar heute noch lebt. Während 17 Jahren unterstützte Ruth ihren Ehemann bei dessen Tätigkeit. Nebst ihrer Aufgabe als Mutter wirkte sie in diversen kirchlichen Kommissionen. Ruth sagt rückblickend: «Ein Netz guter Beziehungen entspann sich. Das hält den Geist wach und offen und weitet das Herz.»

Glückliche Berufsjahre
Nach schweren Hörstürzen war Hans fünf Jahre vor seiner Pensionierung gezwungen, seine Leiterstelle an der Heimerzieherschule abzugeben. Doch Gott öffnete auch dieses Mal für das Ehepaar die richtige Tür. In der Stiftung Kronbühl in St. Gallen – einer Institution für geistig und körperlich behinderte Kinder – bekam Hans eine Anstellung als Lehrer. Diese Arbeit erfüllte ihn zutiefst und diese Zeit gehörte zu seinen glücklichsten Jahren.

Soli Deo Gloria
Mit der Pensionierung 1991 traf dann auch das erste der sechs Enkelkinder ein. Eine neue glückliche Phase in ihrer Ehe begann. Ihre Enkel erlebten sie als Grossmutter und Grossvater – eben als Grosseltern. Und damit ergab sich nochmals eine wichtige und dichte Strecke auf ihrem gemeinsamen Weg als Ehepaar. Den Rückblick auf die gemeinsamen 66 Ehejahre beschliessen sie mit dem Satz: «Soli Deo Gloria – allein Gott die Ehre.» 

 

Text: | Foto: Katharina Meier  – Kirchenbote SG, Februar 2019

 


Von Jürg Hartmann erfasst am 06.01 2020 09:42

Fragen an...

Fragen an Buddha, Fragen an Allah, Fragen an Gott, Fragen an Manitou, Fragen an Mohammed, Fragen an das Göttliche im Menschen: Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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