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Politik

Nur «Herzroute» bleibt

21.01.2019
Der Bibel-Veloweg entlang der reformierten Kirchen des Kantons St. Gallen hat ausgedient. Der Kirchenrat begründet seinen Entscheid mit stark rückläufigen Benutzerzahlen, beschädigten Tafeln und hohen Kosten für deren Ersatz und Neugestaltung. Neun Kirchen an der sogenannten «Herzroute» führen die Idee aber weiter.

Der Bibel-Veloweg ist 2003 im Rahmen des Jubiläums «200 Jahre Evang.-ref. Kirche des Kantons St. Gallen» entstanden. 74 Kirchen beteiligten sich daran. Bei jeder Kirche stand eine Tafel mit biblischer Geschichte und ihrer Erklärung, einer Spielanleitung für
Kinder, der Beschreibung der Kirchgemeinde sowie einem Kartenausschnitt mit möglichen Routen zu andern Kirchen. 

Fusionen und kaputte Tafeln
Das Projekt war auf zehn Jahre ausgelegt, wie es in einer Mitteilung der Arbeitsstelle für Pastorales an die Kirchgemeindepräsidien heisst. Viele Kirchgemeinden haben mittlerweile fusioniert. Die Tafeln hätten aktualisiert und kaputte ersetzt werden müssen. Der Kirchenrat prüfte deshalb eine Neugestaltung sämtlicher Tafeln, ein Ersatz gewisser Tafeln oder das Beenden des Projekts. 

17 Tafeln hätten wegen Zusammenschlüssen neu gestaltet werden müssen, bei 20 weiteren hätte aufgrund von geänderten Informationen und Routenführungen der Text erneuert werden müssen. Es seien aber nicht in erster Linie die hohen Kosten und der personelle Aufwand ausschlaggebend gewesen für das Beenden des Projekts, sondern die seit 2010 stark rückläufigen Benutzerzahlen, schreibt die Arbeitsstelle. «Zudem stellte sich die Frage, ob eine Neugestaltung des Bibel-Veloweges mit der Vision ‹St. Galler Kirche 2025› kompatibel und zukunftsfähig sei», heisst es weiter. Für die Kirchgemeinden bedeutet dieser Entscheid die Demontage der schadhaften und nicht mehr aktuellen Tafeln. Um niemanden zu enttäuschen, empfiehlt der Kirchenrat indes, sämtliche
Tafeln zu entfernen.

Für neun Orte geht es weiter 

Für neun Kirchen im Kanton St. Gallen geht das Projekt, wenn auch in abgeänderter Form, weiter. Denn 2014 lancierte der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK mit Schweiz Tourismus und Schweiz mobil die Idee «Velowegkirchen an der Herzroute». Sie erstreckt sich vom Genfersee über 720 Kilometer an den Bodensee, und an ihr liegen die Kirchen von Jona, Wattwil, Krinau, Lütisburg, Degersheim, Oberriet, Altstätten, Rheineck und Rorschach.

Text | Foto: Katharina Meier  – Kirchenbote SG, Februar 2019

 

 


Von Jürg Hartmann erfasst am 06.01 2020 09:42

Fragen an...

Fragen an Buddha, Fragen an Allah, Fragen an Gott, Fragen an Manitou, Fragen an Mohammed, Fragen an das Göttliche im Menschen: Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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