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Kirche

Jugendarbeit mit Pfeffer

In Altstätten erleben Teenager einen Abend voller Action und Besinnung. Eingeladen wurden sie über die Online-Plattform Pfefferstern. Doch für die Jugendlichen steht etwas anderes im Zentrum.

Ein Spätsommerabend im Kirchgemeindehaus Altstätten. Sieben ehrenamtliche Leiterinnen und Leiter bereiten ein Action-Spiel vor. Es ist eine moderne Variante des Brettspielklassikers «Scottland Yard»: Der verkleidete Geheimagent «Mr. X» versteckt sich im Dorf und wird von vier Gruppen gejagt. Alle fünf Minuten verrät eine App seine Position. «Mach zehn Minuten draus», rät ein Leiter, «sonst kleben sie dir am Arsch.» Die Stimmung ist erwartungsfroh. Obwohl die App bockt und es gleich losgehen sollte, nimmt sich die Gruppe noch Zeit für ein Gebet.

Mit 165 Punkten zur Konfirmation
«Boxästopp Special» heisst der Anlass in Altstätten. Er ist eines von 3500 Angeboten, die auf dem Pfefferstern ausgeschrieben sind. Fünf Punkte erhält, wer es bucht. Luca Zanotti, Jugendarbeiter in Altstätten, erklärt: «In den drei Oberstufenjahren brauchen die Jugendlichen insgesamt 165 Punkte. Anfangs können sie im Angebot frei wählen. Im Konfjahr gibt es dann einen Pflichtteil an Gottesdienst- und Mithilf-Punkten.»

Nach einem Schiesstraining mit Softpfeil-Pistolen geht es los.

Verfolgungsjagd beim Büezer-Pub
Mehr als dreissig Teenager sind zum Treffpunkt gekommen und lauschen gespannt den Spielregeln. Nach einem Schiesstraining mit Softpfeil-Pistolen geht es los: Positionsmeldung, runter zur katholischen Kirche, vorbei am Kebab-Stand, rauf zum Büezer-Pub und quer durch das City-Dance-Fest, begleitet von dröhnender Partymusik. Doch da ist die Spur längst verloren. Bis zur nächsten Positionsmeldung bleibt Zeit für ein Schwätzchen.

Zusammenarbeit unter Gemeinden
Das Angebot der reformierten Jugendarbeit in Altstätten ist reichhaltig und gut besucht. Das liegt auch am Pfefferstern. Er erleichtert die Kooperation unter den Kirchgemeinden. So sind zum «Boxästopp Special» auch Jugendliche aus den Nachbargemeinden angereist. Und je nach Anlass werden auch junge Erwachsene eingeladen.

«60 Prozent der Jugendlichen sind ohne Punkte hier.»
Enrico Pezzoni, Jugendarbeiter

 

«MR. X» ist gefasst
Nach der dramatischen Verfolgungsjagd ist «Mr. X» gefasst. Enrico Pezzoni hat eine Feuerschale eingeheizt. Er koordiniert die kirchliche Jugendarbeit in drei Rheintaler Gemeinden. Bei Wurst und Chips sitzen alle um das Feuer. Ein ehrenamtlicher Leiter hält einen Input. Danach ist der Anlass offiziell vorbei. Doch man bleibt sitzen, lacht und tauscht sich aus. Niemand erweckt den Eindruck, bloss der Punkte wegen hier zu sein. Pezzoni bestätigt: «40 Prozent der Teilnehmer holen Credits», schätzt er, «die anderen sind ohne Punkte hier.» Punkte, das macht dieser Abend deutlich, sind bloss Nebensache. Im Zentrum steht die Gemeinschaft. 

 

Text: Stefan Degen | Foto: zVg  – Kirchenbote SG, Oktober 2019

Exportschlager Pfefferstern

Der Pfefferstern ist eine Online-Plattform für kirchliche Jugendarbeit. Kirchgemeinden schreiben ihre Anlässe aus, Jugendliche buchen sie online. So begleitet der Pfefferstern die Jugendlichen bis zur Konfirmation. Die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen hat ihn 2012 lanciert. Mittlerweile verwenden ihn auch viele Kirchgemeinden verschiedener Konfessionen ausserhalb des Kantons. Seit Sommer 2019 ist Pfefferstern 3.0 online. Die neue Version steht jungen Erwachsenen auch nach der Konfirmation offen und bezieht Angehörige mit ein. Der Pfefferstern hat über 3000 aktive
Nutzer. (sd)

www.pfefferstern.ch

 


Von Jürg Hartmann erfasst am 06.01 2020 09:42

Fragen an...

Fragen an Buddha, Fragen an Allah, Fragen an Gott, Fragen an Manitou, Fragen an Mohammed, Fragen an das Göttliche im Menschen: Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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