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Politik

Näher an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler

Der Lehrplan zum Religionsunterricht wurde erarbeitet. Die Schüler sollen so mehr Kompetenz erhalten.

Maja Bobst-Rohrer, nach den Sommerferien wird der Religionsunterricht nach dem neuen Lehrplan erteilt. Was ändert sich?
Maja Bobst: Primär ändert sich etwas für die Religionslehrpersonen. Wir haben alle Themen und Bezüge überarbeitet und modernisiert. Der überarbeitete Lehrplan beinhaltet nun eine Kompetenzorientierung. Wir haben die Themen auf drei Zyklen verteilt, so wie dies der Lehrplan 21 vorsieht. Die Beilage gibt zudem eine Übersicht über die Inhalte. 

Die Kompetenzorientierung ist ein zentraler Teil im Lehrplan 21. Zu was werden die Schülerinnen und Schüler befähigt?
Je nach Themenfeld ist dies verschieden. Bei der Kompetenzorientierung denkt man den Unterricht vom Ende her. Der Fokus der Planung liegt nicht mehr auf dem, was der Lehrer behandelt, sondern darauf, was die Schülerinnen und Schüler lernen und können. Die Ausrichtung auf die Kompetenz stärkt den Bezug zur Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen.

Konkret: Mit welchem Rucksack gehen etwa die Oberstufenschüler nach Hause?
Das ist je nach Thema verschieden. Beim Thema Religionen beispielsweise lernt man in der Oberstufe die unterschiedlichen Glaubensansätze kennen und kann so Toleranz einüben. Andere Themen sind etwa «die Bibel – überliefert und gelebt» oder «Gewalt und Gewaltlosigkeit». 

Hilft der Religionsunterricht den Schülern, sich den Lebensfragen zu stellen?
Genau, das ist der Sinn, die Schüler und Schülerinnen sollen im von der Kirche verantworteten Religionsunterricht Sach, -Sozial- und Selbstkompetenzen erwerben.

Der Unterricht ist ökumenisch. Wie sieht diese Ökumene im Klassenzimmer aus?
Wir wollen den Religionsunterricht so anbieten, dass er den verschiedenen Konfessionen gerecht wird. Der Lehrplan ist so offen formuliert, dass wir auch Schüler und Schülerinnen integrieren, die nicht christlich oder konfessionslos sind. So können diese an den Werten teilhaben, die wir im Unterricht vermitteln und einüben.

Wie hoch ist der Anteil der Schüler und Schülerinnen im Religionsunterricht, die nicht Kirchenmitglieder sind?
Das ist je nach Gemeinde verschieden. In gewissen Schulen gibt es viele konfessionslose und muslimische  Schüler, die den Religionsunterricht besuchen. Etwa in der Region Solothurn. In ländlich geprägten Gegenden hingegen sind die Kinder vor allem christlich.

Sie erwähnen muslimische Schüler.
Ja, auch diese besuchen den Religionsunterricht. Einerseits wollen deren Eltern, dass ihre Kinder etwas über die gesellschaftlichen Werte erfahren und mit den anderen Kindern zusammen sein können. Andererseits ist der Religionsunterricht in die Blockzeiten der Schule integriert. 

Interview: Tilmann Zuber

 

 

 

Neuer Lehrplan

 

Maja Bobst-Rohrer leitete bis vor kurzem die Weiterbildung der Reformierten Fachstelle Religionspädagogik. Im Frühling erschien der überarbeitete «Ökumenische Lehrplan für den -Religionsunterricht der Kirchen am Lernort Schule in den Kantonen -Basel-Landschaft und Solothurn». 
Der Lehrplan nimmt Bezug zum staatlichen Lehrplan 21 und dem für die -katholische Kirche in der Deutschschweiz. Der ökumenische Lehrplan kann bei der Reformierten Fachstelle Religionspädagogik des Kantons Solothurn bezogen werden oder von der Website heruntergeladen werden: weitere Informationen