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Gesellschaft, Wirtschaft

Brot für alle/Fastenopfer 2020: Säen, was wir ernten möchten

«Gemeinsam für eine Landwirtschaft, die unsere Zukunft sichert.» Hinter diesem etwas umständlichen Titel verbirgt sich das Motto der diesjährigen Kampagne von Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein.

Es geht um ein Bewusstsein für Saatgut, das die Grundlage ist für die weltweite Versorgung mit Grundnahrungsmitteln. Über 70 Prozent der Nahrungsmittel werden weltweit von kleinbäuerlichen Betrieben produziert und nicht von der Agrarindustrie. Das erstaunt einerseits, andererseits fordert diese Tatsache zum Handeln auf.

 

Züchtungen sind gefährdet

Denn jene Kleinbäuerinnen und Kleinbauern müssen Zugang haben zu ihren Ressourcen, insbesondere zum Saatgut. Die Kampagne fordert, dass das Saatgut den ortsansässigen kleinen Betrieben gehört und nicht den Konzernen. Was logisch klingt, wird in der Realität nicht umgesetzt. Denn die Züchtungen durch Kleinbauernfamilien sind gefährdet. Saatgutkonzerne und Freihandelsabkommen verlangen strikte Sortenschutzgesetze, um Hochleistungssaatgut zu verbreiten.

Für Kleinbauern, insbesondere in Afrika, Asien und Lateinamerika, heisst dies, dass eine jahrtausendalte Tradition gefährdet ist. Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein wehren sich dagegen und haben Initiativen und Projekte gestartet, die das Saatgut schützen und die ökologisch nachhaltige Landwirtschaft stärken.

Das zeigt erste Wirkung. In Guatemala ist es gelungen, ein strenges Sortenschutzgesetz abzuwenden. Auf den Philippinen engagiert sich ein Saatgutnetzwerk für die Anerkennung der bäuerlichen Saatgutzüchtungen, und in Südafrika wehrt sich die Landfrauenbewegung gegen gentechnisch veränderten Mais. Das sind nur ein paar Beispiele, die zeigen, dass es lohnt, sich zu wehren. 

Denn neben der Sicherung der Lebensgrundlage der kleinbäuerlichen Betriebe geht es auch um mehr. Kleinbäuerliche Landwirtschaft mit lokalem Saatgut ist nachhaltig und besser an die regionalen Klimabedingungen angepasst und kann deswegen eine wichtige Antwort auf die Herausforderung des Klimawandels sein. 

Neben den Aktivitäten in den einzelnen Kirchgemeinden findet am Dienstag, 4. Februar, um 19 Uhr im Kirchgemeindehaus Glarus ein Einführungsabend in die Kampagne statt. Am Samstag 21. März werden zudem wieder an verschiedenen Orten im Kanton Rosen verkauft.

Pfarrerin Dagmar Doll