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Leben & Glauben

Heimatort Himmel

29.06.2020
Christinnen und Christen sind bloss zu Gast auf Erden, ihr Heimatort ist der Himmel.

Schweizerinnen und Schweizer haben etwas, was viele andere nicht haben: einen Heimatort. Zur Personenidentifikation ist er wichtiger als der Wohnort, sichtbar auf jeder Identitätskarte und in jedem Pass. Haben Christinnen und Christen auch so etwas wie einen besonderen Heimatort?

Die christliche Gemeinschaft vereint Menschen aus allen Nationen, Sprachen, Kulturen und sozialen Schichten.

Bis vor acht Jahren hatte der Heimatort tatsächlich eine konkrete Bedeutung: Konnte jemand nicht mehr für den eigenen Lebensunterhalt aufkommen, so war die Heimatgemeinde verpflichtet, als letzte Anlaufstelle für ihren Bürger zu sorgen. Ortsbürger sind ausserdem Mitinhaber des gemeinsamen Landbesitzes der Ortsgemeinde.

Für viele ist der Bürgerort auch heute noch mit einem Gefühl von Verbundenheit und Beheimatung verknüpft: ein Ort, mit dem sie sich identifizieren. Als man sich vor ein paar Jahren im ganzen Kanton St. Gallen ohne Kostenfolge an seinem Wohnort einbürgern lassen konnte, haben das in Buchs beispielsweise mehr als tausend Personen getan. Der Heimatort ist auch der Ort, wo die eigene Familie ihre Wurzeln hat. Bekannt ist die sprichwörtliche «Grabser Dreieinigkeit: Eggenberger, Vetsch und Gantenbein».

Vielfältige Gemeinschaft
Warum das alles wichtig ist? Weil es Anhaltspunkte bietet zur Beantwortung der Frage, wo eigentlich Christinnen und Christen ihren Heimatort haben. Die Christenheit ist ja eine vielfältige Gemeinschaft von Menschen aus allen Nationen, Sprachen, Kulturen und sozialen Schichten. Das Verbindende ist der Glaube an Jesus Christus, den Mensch gewordenen Sohn Gottes, der an Weihnachten aus seiner himmlischen Heimat auf die Welt kommt und an Auffahrt wieder dorthin zurückkehrt. In seiner letzten langen Rede zu seinen Jüngern öffnet Jesus die Perspektive für diese jenseitige Heimat. Er verspricht den Jüngern in Joh 14: «Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich dann etwa zu euch gesagt, dass ich dorthin gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?»

Fremdlinge auf Erden
«Wir sind Fremdlinge und Gäste auf Erden», lesen wir darum folgerichtig an mehreren Stellen in der Bibel. Wo aber sind wir dann zu Hause? Der Hebräerbrief hält fest: «Diese Welt ist nicht unsere Heimat; wir erwarten unsere zukünftige Stadt erst im Himmel.» Eindrücklich beschreiben die letzten beiden Kapitel der Bibel in Offb 21-22 diese himmlische Stadt, das neue Jerusalem.

Auf den Umzug in diese, seine eigentliche, Heimat freute sich der Apostel Paulus. In Rom in Gefangenschaft, nicht wissend, ob seine Gerichtsverhandlung vor dem Kaiser zu seiner Freilassung oder zu seiner Hinrichtung führt, schreibt er den Mitchristen in Philippi: «Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn.» Wenn er stirbt, ist Paulus überzeugt, dann kommt er in seinem wirklichen Heimatort an. Dann ist er vereint mit der welt- und zeitumspannenden Familie der an Christus Glaubenden. 

Zugegeben: eine Provokation für heutige Menschen aus dem westlichen Kulturkreis, wo nur noch eine Minderheit eine Weiterexistenz nach dem Tod überhaupt in Betracht zieht. Gleichzeitig eine hoffnungsvolle Perspektive für die, die sich nach mehr sehnen, als diese irdische Welt zu bieten hat: Heimatort Himmel.

 

Text: Marcel Wildi, Pfarrer, Buchs | Foto: Friedrich Stark, epd-Bild – Kirchenbote SG, Juli-August 2020

 


Von Jürg Hartmann erfasst am 06.01 2020 09:42

Fragen an...

Fragen an Buddha, Fragen an Allah, Fragen an Gott, Fragen an Manitou, Fragen an Mohammed, Fragen an das Göttliche im Menschen: Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Von Elisabeth Kradolfer erfasst am 18.11 2020 09:52

Religion etwas differenzierter sehen, Respekt für die christlich biblischen Grundsätze

Etwas irritiert habe ich oben genannten Beitrag gelesen. Was wohl das Ziel ist dieses Artikels? Religion ist meines Erachtens „nur“ ein Gefäss, das gefüllt ist von einem Geist, von Ordnungen, Grundsätzen und dem Glauben daran. Somit hat jede Religion ihren eigenen Geist ihre eigene Kultur, ihre eigene Weltanschauung eben ihren eigenen Inhalt. Menschen glauben an den Inhalt ihrer Religion und verhalten sich dementsprechend, die einen mehr, die anderen weniger je nach Verständnis und Prägung. So sind Christentum, (Christentum ist aus dem Judentum herausgewachsen), Islam, Buddhismus, und auch Humanismus mit eigenen Inhalten gefüllt, die eine eigene Weltanschauung vertreten, welche das Handeln der Menschen beeinflusst. Die Bahaibewegung, welche zur Begegnung angeboten wird im oben erwähnten Beitrag, ist knapp 160 Jahre alt, aus dem Islam erwachsen und u.a. dem humanistischen Gedankengut nahe stehend. Der moderne Humanismus nimmt im Westen als Religion immer mehr Raum ein und verdrängt das christlich biblische Denken. Humanismus stellt das Individuum in die Mitte und ist sozusagen vom Zeitgeist u.a. erfüllt. Die Menschenrechte stehen an oberster Stelle und haben die Bibel abgelöst. Das Wort Gottes, daran (noch) Menschen glauben hat kaum Platz im Humanismus, ebenso werden die Aussagen der Bibel als nichtig erklärt, da sie von Menschen geschrieben seien. (Menschen welche die Bibel ernst nehmen glauben, dass der Geist Gottes mitbeteiligt war beim Schreiben der Bibel.) Ja, wer hat denn die Menschenrechte geschrieben und, wenn ich das so sagen darf, die Pflichten dabei vergessen? Rechte ohne Pflichten führt zu Egoismus, Rechte und Autorität für jedes Individuum führt zu Chaos. Es braucht eine verlässliche, liebende jedoch auch konsequente Autorität. Das ist für glaubende Christen Gott, der Vater im Himmel. Für Menschen die an Gott, Jesus und den Heiligen Geist glauben und ihn auch ganz persönlich erleben, ist es sehr schmerzhaft, dass die lebensspendenden –und erhaltenden Ordnungen der Bibel ausser Kraft gesetzt werden. Gott kann nicht einfach abgeschafft werden, es wäre weise, dies zur Kenntnis zu nehmen. Noch dürfen wir in unserer evangelischen Kirche das Glaubensbekenntnis sprechen, wofür wir sehr dankbar sind: „Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus seinen eingebornen Sohn, unseren Herrn….aufgefahren in den Himmel….von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.“ (Zitat) Es ist tatsächlich so, dass Menschen welche an Gott und die Bibel glauben in unserem Land kaum mehr Raum und Gehör finden mit ihrer Glaubensüberzeugung, ja, dass ein subtiler Druck auf sie ausgeübt wird, vom sogenannt konservativen Glauben abzulassen. Jene Katholiken, Evangelisch-Reformierte und Mitglieder der Freikirchen welche in der Studie in Prozenten aufgeführt werden, meinen wohl eher, dass sie an Gott den Allmächtigen glauben, so wie es in unserer Präambel welche über unserer Verfassung steht, gemeint ist. Aus diesem Blick gesehen unterstellen sich diese Menschen sehr wohl unserer Verfassung! Viel eher sollten wir uns Sorgen machen, dass diese kostbaren Grundwerte bewusst ausgeschlossen oder eigenwillig verändert werden. Dass islamisch geprägte Menschen dies kaum nachvollziehen können ist verständlich, da sich ihre Grundsätze von unseren unterscheiden. Da der interreligiöse Dialog sich eher dem humanistischen Gedankengut verpflichtet, ist es für bibelgläubige Menschen sehr schwierig sich dem anzuschliessen. Mein Wunsch ist, dass respektiert wird, wenn Menschen dem Gott der Bibel und seinen Ordnungen treu bleiben wollen.

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