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Politik

Regierungsrat Roland Fürst in Flüh: Plädoyer für den Einklang

29.01.2021
Der Solothurner Regierungsrat Roland Fürst machte sich auf der Kanzel der Ökumenischen Kirche Flüh für das Streben nach Einklang in Staat und Kirche stark.

Es gehört zur Tradition der Ökumenischen Kirche Flüh, dass im Januar ein Gast die Predigt übernimmt. In diesem Jahr war es Roland Fürst, seit 2013 Regierungsrat und Vorsteher des Bau- und Justizdepartements des Kantons Solothurn.

In der kurzen Vorstellungsrunde verriet Roland Fürst, was er über Kirche, digitale Informationsflut und die Corona-Pandemie denkt. Für ihn sei es wichtig, dass die Kirche «unsere Wertvorstellungen relativiere» und den Menschen Trost und Zuversicht spende. Die Kirche sei in der Lage, Menschen in schwierigen Situationen zu helfen, so Roland Fürst zu den Gottesdienstbesuchern.

Auf die digitale Informationsflut angesprochen riet der Regierungsrat, sich zu fragen, was für einen wichtig und wahr ist. So könne man lernen, mit all den Informationen umzugehen. Und zur Corona- Krise erklärte Fürst, es schmerze ihn, wenn die Regierung im Moment Betriebe schliessen müsse. Man sollte aber alle Interessen im Auge behalten, auch das der Gesundheit.

In seiner Predigt zeigte Roland Fürst anhand von drei Themen die Bedeutung des Strebens nach Einklang auf. Im Losungswort zur diesjährigen Gebetswoche der Einheit «Bleibet in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht haben» erkannte der Politiker eine Lebenshaltung, die zu innerem Frieden, Gelassenheit, Zufriedenheit und Harmonie führe. «So kommt man zum Einklang mit sich selbst, den anderen und mit Gott.»

In der Kirche Flüh erinnerte der Politiker daran, wie der Kanton die Selbstständigkeit des Klosters Maria Stein aufgeboben und die Mönche weggewiesen hatte. Eine Volksabstimmung machte 1970 die Enteignung rückgängig, die Benediktiner erhielten ihr Kloster zurück. «Zum Glück hatten es die Männer – das Frauenstimmrecht war noch nicht in Kraft – alleine geschafft, richtig abzustimmen», witzelte der Regierungsrat.

Lösungen nicht für die Ewigkeit
Roland Fürst liess es sich in der ersten Ökumenischen Kirche der Schweiz nicht nehmen, die Ökumene anzusprechen. Auch hier suchten die Kirchen, nach einer Epoche der Trennung, einen Weg des Einklangs und der gemeinsamen Basis. Ähnliches geschehe in der Politik, so Fürst. Politik heisse sozialverträgliche Lösungen zu suchen, die nicht für die Ewigkeit gelten, sondern vorläufig und verbesserbar seien. Wer das erkenne, entlaste sich selber und könne bessere Lösungen treffen. Die Lösungen sollten den Menschen den Raum für die Freiheit und die Selbstverantwortung überlassen. «Und man muss Menschen mögen, um gute Lösungen zu finden», sagte Roland Fürst.

Tilmann Zuber