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Politik

«Ich liebe Züge, Flugzeuge und Raketen»

02.03.2021
Vor rund zwei Jahren begannen Jugendliche, Freitag für Freitag für den Klimaschutz zu demonstrieren. Anna Miotto war vom ersten Tag an dabei. Die 19-jährige Uzwilerin erzählt, was sie antreibt und wo sie auch mal ein Auge zudrückt.

«Vor dem ersten Klimastreik ich ging zu meiner Lehrerin», erzählt Anna Miotto. «‹Angenommen, ich würde heute Nachmittag streiken›, fragte ich sie, ‹was würden Sie mir empfehlen?›» «Melden Sie sich krank», erhielt sie zur Antwort, «so ist es am einfachsten.» Das war am 21. Dezember 2018. Es gab damals noch keine Regelung, wie das «Schwänzen» für den Klimastreik zu taxieren sei. Erst später gründete Miotto an der Kanti Wil eine Klimagruppe. Nun gab es eine Regelung: Wer streikte, musste die Lektionen kompensieren.

 

 «Wenn es mir sehr schlecht geht, gehe ich auch mal in den McDonald’s und esse einen Burger»

 

Miotto kam im Herbst 2018 über Chatgruppen mit der Klimabewegung in Kontakt. «Da mache ich mit», entschied sie sich. So half sie, den ersten Klimastreik in St. Gallen zu organisieren. Seither gehört sie zum Medienteam, organisiert Veranstaltungen, nimmt an Sitzungen und Diskussionen teil, schreibt Protokolle und betreut soziale Medien. Die Bewegung achte darauf, die Aufgaben zu verteilen, damit niemand zu viel Macht erhalte.

Inlandflüge sind ein Dorn im Auge

Wie hat ihr Umfeld auf ihr Engagement für das Klima reagiert? «Plötzlich begannen sich die Leute mir gegenüber zu rechtfertigen, obwohl ich sie gar nicht kritisiert hatte.» Etwa, weil sie Fleisch kauften. Dabei wolle sie den Leuten gar nicht vorschreiben, wie sie zu leben haben. Sie setze sich dafür ein, dass alle die Möglichkeit haben, umweltbewusst zu leben. «Die Klimakrise soll von denen getragen werden, die sie verursacht haben.» Das seien Grosskonzerne und Banken. Sie verurteile aber nicht die Auslandschweizerin, die einmal im Jahr in die Schweiz fliege, um ihre Familie zu besuchen. Aber sie störe sich daran, dass Bundesrat Ignazio Cassis von Bern nach Zürich das Flugzeug genommen habe.

 

«Ich bin überzeugt, dass die Klimabewegung auch in zehn Jahren eine Rolle spielt.»

 

Die Umwelt ist Miotto wichtig. Einen perfekten Lebensstil pflegt sie deswegen aber nicht. «Wenn es mir sehr schlecht geht, gehe ich auch mal in den McDonald’s und esse einen Burger», erzählt sie unumwunden, obschon sie sich sonst vegetarisch ernähre. Da müsse sie sich manchmal Kommentare anhören, etwa von ihrer Mutter: «Du bist ja gar keine richtige Vegetarierin.» Doch nur, weil sie in seltenen Fällen eine Ausnahme mache, müsse sie ja nicht das ganze Engagement in Frage stellen. «Menschen sind nun mal nicht perfekt.»

Begeistert von Raketentriebwerk

Mittlerweile hat Miotto die Kanti abgeschlossen und studiert Maschinenbau an der ETH in Zürich. Was fasziniert sie an Maschinen? «Ich liebe Züge, Flugzeuge und Raketen», erzählt sie. Ein Bekannter studiert Raumfahrttechnologie in England. Als er ihr erklärte, wie ein Raketentriebwerk funktioniert, war sie Feuer und Flamme. Doch auch Züge haben es ihr angetan. Besonders der ICN. «Er sieht extrem cool aus», schwärmt Miotto, «und die ganze Neigetechnologie steckt im Boden drin. Leider halte er nicht mehr in Uzwil, bedauert sie. Früher habe sie manchmal gar extra einen Zug ausgelassen, um mit dem ICN fahren zu können.

Wo sieht sie denn die Klimabewegung in zehn Jahren? Die Coronakrise habe die Bewegung gebremst, findet Miotto. Denn die Bewegung sei ja quasi auf der Strasse entstanden. Zudem sei man sich innerhalb der Bewegung immer einig gewesen, die Schutzbestimmungen einzuhalten. «Ich bin aber überzeugt, dass die Klimabewegung auch in zehn Jahren eine Rolle spielt und ihre Hauptforderung in die Politik trägt: Dass die Schweiz bis 2030 nur noch so viele Treibhausgasemissionen ausstösst, wie sie aufnimmt.» Nun muss Miotto aber los. Sie stapft durch die winterliche Kälte und den Schnee zum Bahnhof. Um 11.28 Uhr fährt der ICN nach Zürich. Den will sie nicht verpassen.

Text | Foto: Stefan Degen – Kirchenbote SG, März 2021


Von Jürg Hartmann erfasst am 06.01 2020 09:42

Fragen an...

Fragen an Buddha, Fragen an Allah, Fragen an Gott, Fragen an Manitou, Fragen an Mohammed, Fragen an das Göttliche im Menschen: Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Von Elisabeth Kradolfer erfasst am 18.11 2020 09:52

Religion etwas differenzierter sehen, Respekt für die christlich biblischen Grundsätze

Etwas irritiert habe ich oben genannten Beitrag gelesen. Was wohl das Ziel ist dieses Artikels? Religion ist meines Erachtens „nur“ ein Gefäss, das gefüllt ist von einem Geist, von Ordnungen, Grundsätzen und dem Glauben daran. Somit hat jede Religion ihren eigenen Geist ihre eigene Kultur, ihre eigene Weltanschauung eben ihren eigenen Inhalt. Menschen glauben an den Inhalt ihrer Religion und verhalten sich dementsprechend, die einen mehr, die anderen weniger je nach Verständnis und Prägung. So sind Christentum, (Christentum ist aus dem Judentum herausgewachsen), Islam, Buddhismus, und auch Humanismus mit eigenen Inhalten gefüllt, die eine eigene Weltanschauung vertreten, welche das Handeln der Menschen beeinflusst. Die Bahaibewegung, welche zur Begegnung angeboten wird im oben erwähnten Beitrag, ist knapp 160 Jahre alt, aus dem Islam erwachsen und u.a. dem humanistischen Gedankengut nahe stehend. Der moderne Humanismus nimmt im Westen als Religion immer mehr Raum ein und verdrängt das christlich biblische Denken. Humanismus stellt das Individuum in die Mitte und ist sozusagen vom Zeitgeist u.a. erfüllt. Die Menschenrechte stehen an oberster Stelle und haben die Bibel abgelöst. Das Wort Gottes, daran (noch) Menschen glauben hat kaum Platz im Humanismus, ebenso werden die Aussagen der Bibel als nichtig erklärt, da sie von Menschen geschrieben seien. (Menschen welche die Bibel ernst nehmen glauben, dass der Geist Gottes mitbeteiligt war beim Schreiben der Bibel.) Ja, wer hat denn die Menschenrechte geschrieben und, wenn ich das so sagen darf, die Pflichten dabei vergessen? Rechte ohne Pflichten führt zu Egoismus, Rechte und Autorität für jedes Individuum führt zu Chaos. Es braucht eine verlässliche, liebende jedoch auch konsequente Autorität. Das ist für glaubende Christen Gott, der Vater im Himmel. Für Menschen die an Gott, Jesus und den Heiligen Geist glauben und ihn auch ganz persönlich erleben, ist es sehr schmerzhaft, dass die lebensspendenden –und erhaltenden Ordnungen der Bibel ausser Kraft gesetzt werden. Gott kann nicht einfach abgeschafft werden, es wäre weise, dies zur Kenntnis zu nehmen. Noch dürfen wir in unserer evangelischen Kirche das Glaubensbekenntnis sprechen, wofür wir sehr dankbar sind: „Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus seinen eingebornen Sohn, unseren Herrn….aufgefahren in den Himmel….von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.“ (Zitat) Es ist tatsächlich so, dass Menschen welche an Gott und die Bibel glauben in unserem Land kaum mehr Raum und Gehör finden mit ihrer Glaubensüberzeugung, ja, dass ein subtiler Druck auf sie ausgeübt wird, vom sogenannt konservativen Glauben abzulassen. Jene Katholiken, Evangelisch-Reformierte und Mitglieder der Freikirchen welche in der Studie in Prozenten aufgeführt werden, meinen wohl eher, dass sie an Gott den Allmächtigen glauben, so wie es in unserer Präambel welche über unserer Verfassung steht, gemeint ist. Aus diesem Blick gesehen unterstellen sich diese Menschen sehr wohl unserer Verfassung! Viel eher sollten wir uns Sorgen machen, dass diese kostbaren Grundwerte bewusst ausgeschlossen oder eigenwillig verändert werden. Dass islamisch geprägte Menschen dies kaum nachvollziehen können ist verständlich, da sich ihre Grundsätze von unseren unterscheiden. Da der interreligiöse Dialog sich eher dem humanistischen Gedankengut verpflichtet, ist es für bibelgläubige Menschen sehr schwierig sich dem anzuschliessen. Mein Wunsch ist, dass respektiert wird, wenn Menschen dem Gott der Bibel und seinen Ordnungen treu bleiben wollen.

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