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Gesellschaft

Musikalische Annäherung an Petrus

20.09.2021
Kindersingprojekte erfreuen sich grosser Beliebtheit. Auch im Thurgau. Kirchenmusiker und Gesamtverantwortlicher Jochen Kaiser findet, dass sich gerade Musik ideal zur Religionsvermittlung eignet.

Drei Tage voller Gesang, Musik, Tanz, szenischer wie auch kreativer Gestaltung. Das erwartet Kinder vom Kindergarten bis zur 6. Klasse, die sich für das dreitägige Tageslager vom 20. bis 22. Oktober in Weinfelden anmelden möchten. Eingeladen sind deshalb Kinder, die sich für das Singen begeistern lassen. Und davon gibt es einige, ist Jochen Kaiser überzeugt. Ausserdem ist es ihm wichtig, den Nachwuchs für Kirchenlieder zu begeistern.

Denn die Pandemie hat viele Kirchenchöre arg schrumpfen lassen oder gar zur Aufgabe gezwungen. «Wenn wir weiter existieren wollen, dann sollten wir die Kinder in der Kirche beheimaten und ihnen diese Musik näherbringen», sagt der Kirchenmusiker. Um diesen Zugang zu fördern, hat Kaiser zusammen mit Silvia Seipp, Renata Jeker, Christine Del Torchio und Erika Friedli ein Kinder-Sing-Projekt auf die Beine gestellt, das von der Evangelischen Kirche des Kantons Thurgau finanziert wird.

Aus verschiedenen Jahrhunderten
Für Kaiser, der seit April 2018 in der Fachstelle Musik in der Kirche im Thurgau mitarbeitet, ist es bereits das dritte kantonale Projekt. Erfahrungen mit Musikprojekten, auch mit Kindern, bringt er vielfältige mit: Einerseits aus Deutschland, wo er in der ehemaligen DDR Kirchenmusik studierte. Andererseits aus Zürich, wo er ebenfalls für Musik und Gemeindeentwicklung tätig ist. Die Erkenntnisse daraus bringt er auf einen Nenner: «Kirchenmusik und Katechetik sollen zusammengebracht, die Grenzen aufgeweicht werden.»

Das Schöne bei Kindern sei, dass sie keine Vorurteile hätten, auch nicht beim Musikstil, so Kaiser. Deshalb wurden für das Kinder-Sing-Projekt bestehende Kirchenlieder aus verschiedenen Jahrhunderten ausgewählt. Darunter sind geistliche Lieder, Gospels, Hymnen und Balladen, vom 12. Jahrhundert bis heute. All diese Lieder werden von Kindern mit Begeisterung gesungen. Kaiser sagt dazu: «Es ist nicht an uns zu sagen, was kindergerecht ist.» Als Thema und Hauptperson des Projekts hat das Team Petrus ausgewählt. Eine biblische Person, die ganz unterschiedliche Facetten aufweist: Mut, Glauben, aber auch Verrat. All diese sehr menschlichen Eigenschaften werden in fünf abgeschlossenen Szenen musikalisch und szenisch dargestellt.

Aufführungen können gebucht werden
Damit das Kinder-Sing-Projekt in den ganzen Kanton hinauswirkt und möglichst viele Kirchgemeinden erreicht, kann die Aufführung gebucht werden, wie etwa am 13. Februar 2022 in Alterswilen. Jugendarbeiterin Claudia Reich der Evangelischen Kirchgemeinde Kemmental fühlte sich bei der Vorankündigung des Projekts sofort angesprochen. «Singen ist ein Zugang zum Glauben», bekräftigt Reich und würde bei Anmeldungen aus ihrer Kirchgemeinde auch als Begleitperson mithelfen. Um für «Petrus – ein ganz normaler Typ wie wir» Werbung zu machen, hat sie Jochen Kaiser im September eingeladen, das Stück im Primarschulgottesdienst musikalisch vorzustellen.

Mit wie vielen Anmeldungen Jochen Kaiser rechnet? «Deutlich unter 20 wäre schade, deutlich über 100 wären zu viel. Aber das Spiel ist so aufgebaut, dass es auch mit 10, 12 Kindern aufgeführt werden kann», so Kaiser. Wichtiger als die Aufführungen selbst ist für ihn wie auch für Claudia Reich, dass die Kirchenmusik in der Katechetik einen festen Platz erhält.

 

Anmeldungen für das Kinder-Sing-Projekt bis 6. Oktober 2021 per E-Mail an jochen.kaiser@evang-tg.ch. Das Stück wird ebenfalls am Thurgauer Kirchenmusiktag vom 6. November 2021 in Romanshorn aufgeführt.

 

(Claudia Koch)


Von Jürg Hartmann erfasst am 06.01 2020 09:42

Fragen an...

Fragen an Buddha, Fragen an Allah, Fragen an Gott, Fragen an Manitou, Fragen an Mohammed, Fragen an das Göttliche im Menschen: Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Von Elisabeth Kradolfer erfasst am 18.11 2020 09:52

Religion etwas differenzierter sehen, Respekt für die christlich biblischen Grundsätze

Etwas irritiert habe ich oben genannten Beitrag gelesen. Was wohl das Ziel ist dieses Artikels? Religion ist meines Erachtens „nur“ ein Gefäss, das gefüllt ist von einem Geist, von Ordnungen, Grundsätzen und dem Glauben daran. Somit hat jede Religion ihren eigenen Geist ihre eigene Kultur, ihre eigene Weltanschauung eben ihren eigenen Inhalt. Menschen glauben an den Inhalt ihrer Religion und verhalten sich dementsprechend, die einen mehr, die anderen weniger je nach Verständnis und Prägung. So sind Christentum, (Christentum ist aus dem Judentum herausgewachsen), Islam, Buddhismus, und auch Humanismus mit eigenen Inhalten gefüllt, die eine eigene Weltanschauung vertreten, welche das Handeln der Menschen beeinflusst. Die Bahaibewegung, welche zur Begegnung angeboten wird im oben erwähnten Beitrag, ist knapp 160 Jahre alt, aus dem Islam erwachsen und u.a. dem humanistischen Gedankengut nahe stehend. Der moderne Humanismus nimmt im Westen als Religion immer mehr Raum ein und verdrängt das christlich biblische Denken. Humanismus stellt das Individuum in die Mitte und ist sozusagen vom Zeitgeist u.a. erfüllt. Die Menschenrechte stehen an oberster Stelle und haben die Bibel abgelöst. Das Wort Gottes, daran (noch) Menschen glauben hat kaum Platz im Humanismus, ebenso werden die Aussagen der Bibel als nichtig erklärt, da sie von Menschen geschrieben seien. (Menschen welche die Bibel ernst nehmen glauben, dass der Geist Gottes mitbeteiligt war beim Schreiben der Bibel.) Ja, wer hat denn die Menschenrechte geschrieben und, wenn ich das so sagen darf, die Pflichten dabei vergessen? Rechte ohne Pflichten führt zu Egoismus, Rechte und Autorität für jedes Individuum führt zu Chaos. Es braucht eine verlässliche, liebende jedoch auch konsequente Autorität. Das ist für glaubende Christen Gott, der Vater im Himmel. Für Menschen die an Gott, Jesus und den Heiligen Geist glauben und ihn auch ganz persönlich erleben, ist es sehr schmerzhaft, dass die lebensspendenden –und erhaltenden Ordnungen der Bibel ausser Kraft gesetzt werden. Gott kann nicht einfach abgeschafft werden, es wäre weise, dies zur Kenntnis zu nehmen. Noch dürfen wir in unserer evangelischen Kirche das Glaubensbekenntnis sprechen, wofür wir sehr dankbar sind: „Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus seinen eingebornen Sohn, unseren Herrn….aufgefahren in den Himmel….von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.“ (Zitat) Es ist tatsächlich so, dass Menschen welche an Gott und die Bibel glauben in unserem Land kaum mehr Raum und Gehör finden mit ihrer Glaubensüberzeugung, ja, dass ein subtiler Druck auf sie ausgeübt wird, vom sogenannt konservativen Glauben abzulassen. Jene Katholiken, Evangelisch-Reformierte und Mitglieder der Freikirchen welche in der Studie in Prozenten aufgeführt werden, meinen wohl eher, dass sie an Gott den Allmächtigen glauben, so wie es in unserer Präambel welche über unserer Verfassung steht, gemeint ist. Aus diesem Blick gesehen unterstellen sich diese Menschen sehr wohl unserer Verfassung! Viel eher sollten wir uns Sorgen machen, dass diese kostbaren Grundwerte bewusst ausgeschlossen oder eigenwillig verändert werden. Dass islamisch geprägte Menschen dies kaum nachvollziehen können ist verständlich, da sich ihre Grundsätze von unseren unterscheiden. Da der interreligiöse Dialog sich eher dem humanistischen Gedankengut verpflichtet, ist es für bibelgläubige Menschen sehr schwierig sich dem anzuschliessen. Mein Wunsch ist, dass respektiert wird, wenn Menschen dem Gott der Bibel und seinen Ordnungen treu bleiben wollen.

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