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Kirche

Frauenhilfe? Jetzt erst recht!

27.09.2021
Ein neuer Vorstand übernimmt das Ruder der Evangelischen Frauenhilfe Schaffhausen und stellt aktuelle Themen ins Zentrum.

Wozu braucht es noch kirchliche Frauenarbeit? Und was würde fehlen, wenn es sie nicht mehr gäbe? «Eine ganze Menge!», betonte Eva Baumgardt, frischgebackene Co-Präsidentin der Evangelischen Frauenhilfe Schaffhausen (EFSH), an der diesjährigen Jahresversammlung, die über die Zukunft der Organisation zu entscheiden hatte.

Die EFSH setzt sich seit mehr als hundert Jahren mit gezielten Projekten für die Rechte von Frauen ein. Sie ist Mitglied des Frauenbundes «Evangelische Frauen Schweiz» und bildet ein Netzwerk, in dem sich Frauen über Gemeinde- und Ländergrenzen hinweg austauschen können. Ihr Jahresprogramm beinhaltet Weiterbildungskurse in Bereichen Erziehung, Lebenshilfe, Gesundheit und Religion.

Doch schwindende Mitgliederzahlen, schlecht besuchte Veranstaltungen und Zwangspausen während der Corona-Pandemie brachten den bisherigen Vorstand dazu, entmutigt das Handtuch zu werfen. «Wir haben neue Wege gesucht, aber keine gefunden. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen geriet mehr und mehr in Schieflage», erklärte die bisherige Präsidentin Karin Schmidt ihren Rücktritt.

Es wurde Zeit für einen Wendepunkt. Die Jahresversammlung wählte Barbara Erdmann, Irina Zehnder, Käthi Weber-Buchmann und Jeannine Saumweber in den neuen Vorstand. Eva Baumgardt, Pfarrerin in Neunkirch, und Doris Brodbeck, Pfarrerin in Schleitheim, teilen sich das Präsidium. «Es gibt viele aktuelle Themen, die Frauen jeder Generation betreffen, und die wir stärker ins Zentrum stellen möchten», so die Co-Präsidentinnen. «Unsere Mitglieder wünschen sich zum Beispiel mehr Vernetzung mit anderen Organisationen oder einen Frauenstammtisch mit Vertreterinnen aus Politik und Kultur. Sie möchten aber auch mit Migrantinnen ins Gespräch kommen, mit Frauen, die wenig Rechte haben, oder von jungen Frauen hören, was sie beschäftigt.»

Kirchliche Frauenarbeit habe ganz und gar nicht ausgedient. «Gerade in der heutigen Zeit mit ihren schnell wechselnden Herausforderungen ist es wichtig, dass sich Frauen gegenseitig stärken.»

Das zukünftige Jahresprogramm richtet sich an alle interessierten Frauen, soll Bewährtes und Neues enthalten und einen Überblick über die wichtigsten Angebote der Ortsgruppen bieten: www.sef-schaffhausen.ch.

Adriana Di Cesare