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Gesellschaft

Indonesien

Muslime beschützen Christen vor Mob

27.10.2021
In Indonesien ist der Staat nicht immer fähig oder willens, Kirchen vor Übergriffen zu schützen. Schutz bietet aber interreligiöser Dialog. Er bringt Muslime und Christen dazu, füreinander einzustehen – mit St. Galler Unterstützung.

Pfarrer Supriatno steht unter Druck. «Muslimische Hassprediger und Drohungen radikaler Organisationen nehmen zu», stellt der Pfarrer der reformierten Pasundan-Kirche im indonesischen Bandung fest. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bestätigt seine Einschätzung: In ihrem neusten Bericht listet sie Fälle von Kirchenschliessungen und Repressionen wegen angeblicher Blasphemie auf. Immer wieder kommt es zu Menschenansammlungen, wo sich der von Fanatikern aufgepeitschte Mob gegen Kirchen richtet. Einige der Kirchen können wegen Drohungen muslimischer Hardliner nicht mehr benutzt werden. 

Minderheiten unter Druck

Dabei garantiert die indonesische Staatsverfassung eigentlich Religionsfreiheit. «Einheit in Vielfalt» lautet das Staatsmotto. Traditionell praktiziert die Mehrheit des bevölkerungsreichsten muslimischen Landes der Welt einen moderaten Islam.

 

Wann immer der Muslim von einem Angriff auf eine Kirche hört, fährt er hin, um sie zu schützen.

 

Allerdings haben die Spannungen in den vergangenen Jahren zugenommen. Radikale Gruppierungen unterwandern Schulen und Universitäten. Unter Druck sind nicht nur Christen. Andere Minderheiten sind noch stärker bedroht, wie zum Beispiel die islamische Ahmadiya-Bewegung.

Haftbefehl fehlt

Hilfe erhalten bedrohte Kirchen von unerwarteter Seite: Von Muslimen wie Wawan Gunawan. Wann immer der Universitätsdozent von einem Angriff auf eine Kirche hört, fährt er hin. Es komme nämlich vor, dass die herbeigerufene Polizei die eingeschüchterte Pfarrperson mitnehme und sie zwinge, zu unterschreiben, dass sie mit der Kirchen-
schliessung einverstanden sei. Das konnte Wawan schon mehrfach verhindern: «Die Polizisten haben in solchen Situationen keinen Haftbefehl. Wenn ich nach einem Haftbefehl frage, müssen sie die Kirchenleute gehen lassen.» Auch für andere religiöse Minderheiten setzt sich Wawan ein, beispielsweise für Schiiten und die Ahmadiya-Bewegung.

 

Im islamischen Internat herrschte ein strenges Regime: CD-Player, Handys, sogar Bücher von aussen waren verboten. «So wollten sie uns Schülerinnen von externem Gedankengut fernhalten.»

 

Was motiviert ihn zu diesem Engagement? Ein Grund dafür sind interreligiöse Freundschaften. Wawan ist einer der wichtigsten Köpfe bei Jakatarub, einem interreligiösen Netzwerk, das auch mit der Pasundan-Kirche zusammenarbeitet. Jakatarub führt Jugendlager durch, wo Jugendliche mit Andersgläubigen Freundschaften knüpfen.

Vater verbot Kontakt zu Muslimen

Eine dieser Jugendlichen ist Eva Nurdiana. Ihre Eltern schickten die Muslimin auf ein islamisches Mädcheninternat. Dort herrschte ein strenges Regime: CD-Player, Handys, sogar Bücher von aussen waren verboten. «So wollten sie uns Schülerinnen von externem Gedankengut fernhalten.» Wo ethnische und religiöse Gruppierungen isoliert leben, wachsen Vorurteile gegenüber den «anderen».

Die «anderen» lernte Eva im interreligiösen Jugendlager von Jakatarub kennen. Francisca zum Beispiel, eine Christin, deren Vater ihr als Kind jeden Kontakt zu Muslimen verbot. Heute sind Eva und Francisca beste Freundinnen. Bei Jakatarub engagieren sie sich immer noch. Als ehemalige Teilnehmerinnen helfen sie bei den Jugendlagern mit. «Die wunderbare Erfahrung, die wir selbst im Lager machten, möchten wir möglichst vielen anderen jungen Menschen ermöglichen!» Auch an weiteren Aktionen von Jakatarub sind sie beteiligt, etwa an Videokampagnen oder Flashmobs auf öffentlichen Plätzen.

Der interreligiöse Dialog kommt nicht überall gut an. Oft müsse sie sich dafür rechtfertigen, erzählt Francisca. «Meine Eltern waren anfangs dagegen.» Auch manche Freundinnen begegnen dem Engagement mit Skepsis. Francisca und Eva sind aber überzeugt: Ein friedliches Indonesien ist nur möglich, wenn die Menschen religiöse Gräben überwinden.

Text: Stefan Degen | Fotos: Mission 21 / zVg – Kirchenbote SG, November 2021

 

Mission 21

 

Der interreligiöse Dialog in Indonesien wird unterstützt von Mission 21, dem Hilfswerk der Evangelischen Kirche Schweiz. Auch die St. Galler Kirche fördert Mission-21-Projekte für bedrängte Christen und interreligiösen Dialog. Mission 21 arbeitet jeweils mit lokalen Kirchen und Organisationen zusammen – so auch mit Jakatarup und der Pasundan-Kirche. Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Mission 21 entstanden.

www.mission-21.org


Von Jürg Hartmann erfasst am 06.01 2020 09:42

Fragen an...

Fragen an Buddha, Fragen an Allah, Fragen an Gott, Fragen an Manitou, Fragen an Mohammed, Fragen an das Göttliche im Menschen: Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Von Elisabeth Kradolfer erfasst am 18.11 2020 09:52

Religion etwas differenzierter sehen, Respekt für die christlich biblischen Grundsätze

Etwas irritiert habe ich oben genannten Beitrag gelesen. Was wohl das Ziel ist dieses Artikels? Religion ist meines Erachtens „nur“ ein Gefäss, das gefüllt ist von einem Geist, von Ordnungen, Grundsätzen und dem Glauben daran. Somit hat jede Religion ihren eigenen Geist ihre eigene Kultur, ihre eigene Weltanschauung eben ihren eigenen Inhalt. Menschen glauben an den Inhalt ihrer Religion und verhalten sich dementsprechend, die einen mehr, die anderen weniger je nach Verständnis und Prägung. So sind Christentum, (Christentum ist aus dem Judentum herausgewachsen), Islam, Buddhismus, und auch Humanismus mit eigenen Inhalten gefüllt, die eine eigene Weltanschauung vertreten, welche das Handeln der Menschen beeinflusst. Die Bahaibewegung, welche zur Begegnung angeboten wird im oben erwähnten Beitrag, ist knapp 160 Jahre alt, aus dem Islam erwachsen und u.a. dem humanistischen Gedankengut nahe stehend. Der moderne Humanismus nimmt im Westen als Religion immer mehr Raum ein und verdrängt das christlich biblische Denken. Humanismus stellt das Individuum in die Mitte und ist sozusagen vom Zeitgeist u.a. erfüllt. Die Menschenrechte stehen an oberster Stelle und haben die Bibel abgelöst. Das Wort Gottes, daran (noch) Menschen glauben hat kaum Platz im Humanismus, ebenso werden die Aussagen der Bibel als nichtig erklärt, da sie von Menschen geschrieben seien. (Menschen welche die Bibel ernst nehmen glauben, dass der Geist Gottes mitbeteiligt war beim Schreiben der Bibel.) Ja, wer hat denn die Menschenrechte geschrieben und, wenn ich das so sagen darf, die Pflichten dabei vergessen? Rechte ohne Pflichten führt zu Egoismus, Rechte und Autorität für jedes Individuum führt zu Chaos. Es braucht eine verlässliche, liebende jedoch auch konsequente Autorität. Das ist für glaubende Christen Gott, der Vater im Himmel. Für Menschen die an Gott, Jesus und den Heiligen Geist glauben und ihn auch ganz persönlich erleben, ist es sehr schmerzhaft, dass die lebensspendenden –und erhaltenden Ordnungen der Bibel ausser Kraft gesetzt werden. Gott kann nicht einfach abgeschafft werden, es wäre weise, dies zur Kenntnis zu nehmen. Noch dürfen wir in unserer evangelischen Kirche das Glaubensbekenntnis sprechen, wofür wir sehr dankbar sind: „Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus seinen eingebornen Sohn, unseren Herrn….aufgefahren in den Himmel….von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.“ (Zitat) Es ist tatsächlich so, dass Menschen welche an Gott und die Bibel glauben in unserem Land kaum mehr Raum und Gehör finden mit ihrer Glaubensüberzeugung, ja, dass ein subtiler Druck auf sie ausgeübt wird, vom sogenannt konservativen Glauben abzulassen. Jene Katholiken, Evangelisch-Reformierte und Mitglieder der Freikirchen welche in der Studie in Prozenten aufgeführt werden, meinen wohl eher, dass sie an Gott den Allmächtigen glauben, so wie es in unserer Präambel welche über unserer Verfassung steht, gemeint ist. Aus diesem Blick gesehen unterstellen sich diese Menschen sehr wohl unserer Verfassung! Viel eher sollten wir uns Sorgen machen, dass diese kostbaren Grundwerte bewusst ausgeschlossen oder eigenwillig verändert werden. Dass islamisch geprägte Menschen dies kaum nachvollziehen können ist verständlich, da sich ihre Grundsätze von unseren unterscheiden. Da der interreligiöse Dialog sich eher dem humanistischen Gedankengut verpflichtet, ist es für bibelgläubige Menschen sehr schwierig sich dem anzuschliessen. Mein Wunsch ist, dass respektiert wird, wenn Menschen dem Gott der Bibel und seinen Ordnungen treu bleiben wollen.

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