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Wirtschaft

Jeder Engel war mal ein Glasröhrchen

24.11.2021
Nie sind Engel so allgegenwärtig wie in der Weihnachtszeit. Sie schmücken Schaufenster und Stuben. Hinter ihrer Herstellung verbirgt sich so manches Geheimnis.

Heutzutage kommen Engel nicht vom Himmel, sondern per Seefracht aus China. Zumindest ein Grossteil der Deko-Engel, die in Schaufenstern und Stuben Weihnachtsstimmung verbreiten sollen. Laut Statistikportal Statista stammen knapp drei Viertel des über 20 000 Tonnen in Deutschland verkauften Weihnachtsschmuckes aus China. In der Schweiz dürfte der Anteil ähnlich hoch sein. 

Sucht man Alternativen, so landet man in St. Gallen rasch in der Galerie Lüchinger. Filigraner Weihnachtsschmuck aus Glas, Zinn und Holz ziert Wände und Schaufenster. Krippenfiguren, Kugeln, «Chläuse» – aber auch ausgefallener Christbaumschmuck: ein Postauto, eine verzierte Bratwurst, eine Vadianfigur. Und jede Menge Engel.

Engel ist nicht gleich Engel

«Engel sind immer gefragt», weiss Carmela Lüchinger, die das Geschäft seit zwölf Jahren führt. Doch Engel sei nicht gleich Engel. «Die meisten Leute suchen niedliche, herzige Engelchen.» Sie persönlich bevorzuge aber grosse, selbstbewusste Engel. «Der Engel wirkt dann beschützend – bei den niedlichen hat man fast das Gefühl, man müsse sie beschützen und nicht umgekehrt.»

Gut gehütete Geheimnisse

Die Engel der Galerie Lüchinger stammen aus Manufakturen in Osteuropa, Deutschland und dem Südtirol. Dort wird alte, ausgefeilte Handwerkstradition gepflegt. Die Branche ist verschwiegen, Betriebsgeheimnisse gibt man ungern preis. Doch Lüchinger, gelernte Vergolderin, weiss, wie Glasengel entstehen:

«Zuerst wird die Form modelliert», erklärt sie. Davon werde ein Negativ abgenommen, eine zweiteilige Form, «wie bei den ‹Schoggi›-Osterhasen». Das Negativ war früher aus Gips. Heute ist es ein Aluminiumguss. «Damit werden schärfere Konturen möglich», erläutert Lüchinger, «alte Gipsformen sind nicht so klar in der Struktur.» Ins Aluminiumnegativ wird schliesslich der Engel geblasen – jeder Engel war mal ein Glasröhrchen – und von innen versilbert. Danach werden die Engel von Hand bemalt, «Strich für Strich, Tupf für Tupf – ein tolles Handwerk!», schwärmt Lüchinger.

Christbaumschmuck hat sich über die Jahrhunderte verändert. Bis zur Biedermeierzeit hängten die Leute Essbares an den Baum: Äpfel, Birnen, Nüsse. Dann sind sie zunächst im norddeutschen Raum allmählich nachgeahmt worden aus Zinn, Glas, Pappe oder Blech. Und neue Motive kamen auf: Vögel, Pilze, «Chläuse», Tannzapfen, Strohsterne – und eben auch Engel.

Geschäft trotzt Pandemie

Das Geschäft mit dem Weihnachtsschmuck brummt bis heute und hat auch unter der Pandemie kaum gelitten. Im Gegenteil: Letztes Jahr habe das Weihnachtsgeschäft früher eingesetzt als sonst, stellt Carmela Lüchinger fest. «Manche befürchteten wohl, dass die Läden vor Weihnachten geschlossen werden, und wollten sich vorher eindecken.» Der Trend setze sich dieses Jahr fort. Gerade wenn wegen der Pandemie vieles nicht mehr möglich sei, freue man sich umso mehr an schönem, handgefertigtem Weihnachtsschmuck zu Hause.

Text | Foto: Stefan Degen – Kirchenbote SG, Dezember 2021


Von Jürg Hartmann erfasst am 06.01 2020 09:42

Fragen an...

Fragen an Buddha, Fragen an Allah, Fragen an Gott, Fragen an Manitou, Fragen an Mohammed, Fragen an das Göttliche im Menschen: Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Von Elisabeth Kradolfer erfasst am 18.11 2020 09:52

Religion etwas differenzierter sehen, Respekt für die christlich biblischen Grundsätze

Etwas irritiert habe ich oben genannten Beitrag gelesen. Was wohl das Ziel ist dieses Artikels? Religion ist meines Erachtens „nur“ ein Gefäss, das gefüllt ist von einem Geist, von Ordnungen, Grundsätzen und dem Glauben daran. Somit hat jede Religion ihren eigenen Geist ihre eigene Kultur, ihre eigene Weltanschauung eben ihren eigenen Inhalt. Menschen glauben an den Inhalt ihrer Religion und verhalten sich dementsprechend, die einen mehr, die anderen weniger je nach Verständnis und Prägung. So sind Christentum, (Christentum ist aus dem Judentum herausgewachsen), Islam, Buddhismus, und auch Humanismus mit eigenen Inhalten gefüllt, die eine eigene Weltanschauung vertreten, welche das Handeln der Menschen beeinflusst. Die Bahaibewegung, welche zur Begegnung angeboten wird im oben erwähnten Beitrag, ist knapp 160 Jahre alt, aus dem Islam erwachsen und u.a. dem humanistischen Gedankengut nahe stehend. Der moderne Humanismus nimmt im Westen als Religion immer mehr Raum ein und verdrängt das christlich biblische Denken. Humanismus stellt das Individuum in die Mitte und ist sozusagen vom Zeitgeist u.a. erfüllt. Die Menschenrechte stehen an oberster Stelle und haben die Bibel abgelöst. Das Wort Gottes, daran (noch) Menschen glauben hat kaum Platz im Humanismus, ebenso werden die Aussagen der Bibel als nichtig erklärt, da sie von Menschen geschrieben seien. (Menschen welche die Bibel ernst nehmen glauben, dass der Geist Gottes mitbeteiligt war beim Schreiben der Bibel.) Ja, wer hat denn die Menschenrechte geschrieben und, wenn ich das so sagen darf, die Pflichten dabei vergessen? Rechte ohne Pflichten führt zu Egoismus, Rechte und Autorität für jedes Individuum führt zu Chaos. Es braucht eine verlässliche, liebende jedoch auch konsequente Autorität. Das ist für glaubende Christen Gott, der Vater im Himmel. Für Menschen die an Gott, Jesus und den Heiligen Geist glauben und ihn auch ganz persönlich erleben, ist es sehr schmerzhaft, dass die lebensspendenden –und erhaltenden Ordnungen der Bibel ausser Kraft gesetzt werden. Gott kann nicht einfach abgeschafft werden, es wäre weise, dies zur Kenntnis zu nehmen. Noch dürfen wir in unserer evangelischen Kirche das Glaubensbekenntnis sprechen, wofür wir sehr dankbar sind: „Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus seinen eingebornen Sohn, unseren Herrn….aufgefahren in den Himmel….von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.“ (Zitat) Es ist tatsächlich so, dass Menschen welche an Gott und die Bibel glauben in unserem Land kaum mehr Raum und Gehör finden mit ihrer Glaubensüberzeugung, ja, dass ein subtiler Druck auf sie ausgeübt wird, vom sogenannt konservativen Glauben abzulassen. Jene Katholiken, Evangelisch-Reformierte und Mitglieder der Freikirchen welche in der Studie in Prozenten aufgeführt werden, meinen wohl eher, dass sie an Gott den Allmächtigen glauben, so wie es in unserer Präambel welche über unserer Verfassung steht, gemeint ist. Aus diesem Blick gesehen unterstellen sich diese Menschen sehr wohl unserer Verfassung! Viel eher sollten wir uns Sorgen machen, dass diese kostbaren Grundwerte bewusst ausgeschlossen oder eigenwillig verändert werden. Dass islamisch geprägte Menschen dies kaum nachvollziehen können ist verständlich, da sich ihre Grundsätze von unseren unterscheiden. Da der interreligiöse Dialog sich eher dem humanistischen Gedankengut verpflichtet, ist es für bibelgläubige Menschen sehr schwierig sich dem anzuschliessen. Mein Wunsch ist, dass respektiert wird, wenn Menschen dem Gott der Bibel und seinen Ordnungen treu bleiben wollen.

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