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Wirtschaft

Energie sparen und Wohnqualität steigern

25.02.2022
Herr und Frau Schweizer verbrauchen im weltweiten Vergleich überdurchschnittlich viel Energie. Wo kann da Otto Normalverbraucher Energie sparen? Was lohnt sich und was ist bloss ein Tropfen auf den heissen Stein? Antworten hat Fabian Bannwart, Berater der Energieagentur St. Gallen.

«Es lohnt sich oft, beim Heizen anzusetzen, um Energie zu sparen», sagt Fabian Bannwart. «Wer ein eigenes Haus hat und noch mit einer reinen Öl-, Gas- oder Elektroheizung heizt – da kann man einiges herausholen.» Die Energieagentur St. Gallen bietet der Bevölkerung im Auftrag des Kantons eine Erstberatung in Energiefragen an – unabhängig und kostenlos.

Viele Fragen drehen sich um Gebäudesanierungen. Rund neun von zehn Ratsuchenden sind Hauseigentümer. «Sie haben eine Ölheizung und wissen, dass das nicht mehr zeitgemäss ist», erzählt Bannwart. «Sie wollen eine Alternative, etwa eine Wärmepumpe, wissen aber nicht, wie vorgehen.» Da seien sie um eine unabhängige Einschätzung froh. Auch baulich könne man mit relativ einfachen Massnahmen viel erreichen. Bei älteren Häusern – Baujahr 1990 und älter – lohne es sich in der Regel, die Fenster zu ersetzen und die Fassade und das Dach dämmen. So spare man Heizenergie und steigere die Wohnqualität.

Immer noch vom Erdöl abhängig

Der Schweizer Energiehunger ist gross. Zwar ist der Pro-Kopf-Verbrauch nur etwas mehr als halb so gross wie in den USA und Kanada, liegt aber leicht über dem europäischen und deutlich über dem weltweiten Durchschnitt (siehe Grafik). Ein Schweizer, eine Schweizerin braucht mehr Energie als acht Menschen in Afrika.

 

«Eine Photovoltaikanlage auf einem gut besonnten Dach ist nach 15 Jahren amortisiert.»

 

Der hohe Energieverbrauch ist ein Problem. Nach wie vor werden laut Energie Schweiz rund zwei Drittel des hiesigen Energiebedarfs durch fossile Energieträger gedeckt: Benzin, Diesel, Heizöl, Erdgas. Nur ein Viertel stammt aus erneuerbaren Energiequellen: Wasserkraft, Windenergie, Solarenergie, Holz- und Fernwärme. Bis 2050 soll die Schweiz aber nicht mehr Treibhausgase ausstossen, als natürliche und technische Speicher aufnehmen (netto null).

Mit Solarzellen Geld sparen

Das ist das Klimaziel des Bundes. Für Otto Normalverbraucher stellt sich aber die Frage: Spare ich nun Energie bloss dem Klima zuliebe oder rechnet sich das auch finanziell? «In vielen Fällen lohnt sich das auch finanziell», bestätigt Bannwart. Eine Photovoltaikanlage auf einem gut besonnten Dach sei ungefähr nach 15 Jahren amortisiert – bei einer Lebensdauer von 25 Jahren.

Nur zehn Prozent der Ratsuchenden, die sich an Fabian Bannwart und seine Kollegen wenden, sind Mieterinnen und Mieter. «Wir wünschten uns, es wären mehr», meint Bannwart. Dabei könnten auch Mieter viel Heizenergie sparen, zum Beispiel durch korrektes Lüften: «Stosslüften statt Fensterkippen bringt viel.» Vermutlich würden viele Energiesparwillige aber bereits im Internet fündig. Auch auf der Website der Energieagentur St. Gallen findet man Tipps für den Alltag, etwa zum Lagern von Lebensmitteln oder dem Umgang mit Elektrogeräten.

Text: Stefan Degen | Foto: zVg – Kirchenbote SG, März 2022

energieagentur-sg.ch/beratungsangebot

 


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