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Kirche

14000 Franken für Kirchen im Osten und Entlastungsdienst

Die Bettagskollekte 2015 hat die Summe von 14 000 Franken erbracht. Mit diesem Beitrag unterstützt die reformierte Kirche Kanton Solothurn die Gemeinden in Osteuropa und den Entlastungsdienst für Angehörige von Kranken.

«Wie jedes Jahr unterstützen wir auch 2016 mit der Bettagskollekte ein Projekt aus dem Ausland und dem Inland», erklärt Verena Enzler, Synodalratspräsidentin der Reformierten Kirche Kanton Solothurn. Zusammen mit dem Finanzvorstand der Kantonalkirche Markus Leuenberger ü̈berreichte sie je 7000 Franken an Annelies Hegnauer vom Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz Heks und Sonja Graber vom Entlastungsdienst.

Die 7000 Franken kommen der Zwischenkirchlichen Hilfe von Heks zugute. Diese hat ihren Ursprung in der Gründungszeit des Hilfswerkes. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Länder Osteuropas Satellitenstaaten der Sowjetunion. Der Kommunismus unterdrückte die Kirchen. Christen wurden verfolgt. Heks unterstützte in diesen Jahren die Kirchen bei der Ausbildung ihrer Pfarrschaft und Bildung ihrer Gemeinden. Seit dem Fall der Mauer haben sich die Verhältnisse in Osteuropa und damit die Rolle der Kirchen in der Gesellschaft zum Teil stark verändert.

Die freie Marktwirtschaft brachte neue Probleme mit sich: Bauern wurden plötzlich selbstständige Unternehmer, Grossbetriebe wurden geschlossen, viele Arbeitsplätze gingen verloren. Seit 1990 unterstützt das Hilfswerk zum Beispiel Stiftungen, die mit Krediten die Gründung von Kleinunternehmen ermöglichen. Flüchtlingsströme «Seit 2010 kommen zusätzliche Probleme hinzu», erklärt Annelies Hegnauer. «Die Verarmung weiter Kreise der Bevölkerung, die Flüchtlingsströme, die von Syrien nach Mitteleuropa ziehen, nationalistische Regierungen mit diktatorischen Zügen und die Diskriminierung von Minderheiten wie den Sinti.» Da seien die 7000 Franken sehr willkommen, meint die Leiterin der Heks-Marketing-Abteilung.

64 Millionen Pflegestunden

Die anderen 7000 Franken gehen an den Entlastungsdienst Aarau / Solothurn. Heute betreuen und pflegen Zehntausende Frauen und Männer in der Schweiz ihre Familienmitglieder. «Was sie im Verborgenen leisten – häufig unbemerkt – ist von unbezahlbarem Wert und verdient den grössten Respekt und Dank», sagt die Geschäftsleiterin Sonja Graber. «Ohne diesen engagierten Einsatz würde unser Gesundheitssystem nicht funktionieren.»

Eine Studie des Spitex Verbandes Schweiz hat ergeben, dass Angehörige im Jahre 2013 rund 64 Millionen Pflege- und Betreuungsstunden leisteten. Müsste diese Arbeit bezahlt werden, würde dies 3,5 Milliarden Franken kosten. Der Einsatz der Angehörigen, der das Gesundheitswesen entlastet, fordert ein enormes Engagement. Tag und Nacht sind sie verfügbar. Manche reiben sich zwischen der Betreuung, den Anforderungen des Berufs und dem Bedürfnis der Familie auf.

Seit 25 Jahren unterstützt der Entlastungsdienst in Solothurn und Aargau die Betroffenen. Rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen einen Teil der Betreuung. Die Arbeit werde für ihren Dienst nicht ausgehen, sagt Sonja Graber. Der Trend gehe weg von der stationären Behandlung zur ambulanten.

Tilmann Zuber