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Weltweite Solidarität und Beten für Malaysia

01.01.2016
In diesen Jahr feiert der Weltgebetstag in der Schweiz sein 75-Jahr Jubiläum. Zeichen dafür, dass dieser Gebets- und Solidaritätsanlass seinen Platz im Kirchenkalender gefunden hat.

Am Freitag, 2. März, werden in der Dunkelheit wieder tausende Frauen und einige wenige Männer in die Kirchen strömen. Dort feiern sie den Weltgebetstag. In diesem Jahr haben Frauen aus Malaysia die Liturgie des Gottesdienstes gestaltet.

Gebet, das alle konfessionellen Grenzen überwindet
Der Weltgebetstag gehört inzwischen zum festen Bestandteil im Kirchenkalender. Heuer feiert er gar sein 75-jähriges Jubiläum in der Schweiz. 1887 in Amerika gegründet, entwickelte sich dieser Gebets- und Solidaritätstag zur ökumenischen Bewegung, die sämtliche konfessionellen Grenzen überwand. Heute begehen Frauen aus 170 Ländern diesen Gottesdienst.
Im Zentrum des Gebetes steht jeweils ein anderes Land, über das informiert und Geld gesammelt wird. Christliche Solidarität und Beten schlagen sich so in konkreten Projekten nieder und nehmen eine politische Dimension an. Weltweit werden Missstände und Ungerechtigkeit im Gottesdienst benannt.
In diesem Jahr steht Malaysia im Mittelpunkt: Der asiatische Staat ist geprägt von den Gegensätzen. Moderne Metropolen blühen auf, während daneben Bauern ihre Felder noch nach uralten traditionellen Methoden bestellen. Entsprechend sind die Unterschiede, die sich im sozialen Gefälle niederschlagen. Besonders gross ist die Armut in Sabah, dem östlichen Gliedstaat Malaysias, wo die chinesische Bevölkerung vom Wirtschaftswachstum profitiert, während die indigene Bevölkerung auf dem Land zu den Verlierern der Globalisierung gehören.

Vielvölkerstaat
Malaysia ist ein Vielvölkerstaat, was sich auch in den verschiedenen Religionsgemeinschaften niederschlägt. Neben Muslimen, Hindus, den chinesichen Religionen und Christen existiert noch die einheimische Religion des Animismus.
Entsprechend spiegelt sich die religiöse Vielfalt im malaysischen Festkalender: Da findet sich das islamische Fastenbrechen, neben den traditionellen Erntefesten, dem christlichen Weihnachten, dem Lichtfest der Hindus bis hin zum chinesischen Neujahrsfest.
Bis jetzt ist es der Regierung gelungen für all die verschiedenen Kulturen und Traditionen eine Klammer zu finden: Der Staat. Als nationale Philosophie gelten fünf Grundsätze: Glaube an Gott, Treue zu König und Vaterland, Achtung vor der Verfassung, Rechtsstaatlichkeit sowie Wohlstand und Anstand.
Doch Philosophie und Praxis stimmen im Alltag nicht immer überein. Entsprechend weisen die Frauen des Weltgebetskomitees auf die Missstände hin: Korruption, Zensur, Ausbeutung der eingewanderten Arbeitskräfte sowie die Gewalt gegen Frauen. Für sie soll sich ein Stück Gerechtigkeit ereignen, so wie der diesjährige Gottesdienst unter dem Motto «Lasst Gerechtigkeit walten!» steht.

Tilmann Zuber


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