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Eine Kirche, die ganz im Heute lebt

01.01.2016
Gottesdienst zum Flüchtlingssonntag.

Carl Hardmeier. Das tönt nicht sehr spanisch, doch Pastor Hardmeier von der «Iglesia Cristiana Hispano-Suiza» wurde im Andenstaat Peru geboren. Seinen Namen verdankt er seinem Schweizer Vater, der einst nach Südamerika ausgewandert war. Der peruanische Pastor ist eine imposante Erscheinung. «Ich bin sehr gross und mein Name klingt nicht spanisch. Deshalb wurde ich in Peru nicht als Einheimischer angesehen. In der Schweiz wiederum verrät meine Sprache, dass ich nicht hier geboren bin. Also bin ich auch hier ein Fremder.»
So ergeht es einigen Mitgliedern der Migrationskirche, die nicht wenige Rückkehrer in ihren Reihen weiss, aber auch Menschen, die sich für kürzere Zeit in unserem Land aufhalten und in der Migrationskirche eine Heimat finden. In Niedergösgen erhielt Carlo Hardmeier von der reformierten Kirche die Erlaubnis, die Räume für die Gottesdienste seiner Gemeinde zu benützen. «Dafür sind wir der Kirchgemeinde bei der Jugendarbeit behilflich», sagt Carlo Hardmeier, der in Peru lange in der Jugendseelsorge tätig gewesen war. Die Gottesdienste werden regelmässig von 70 bis 100 Gläubigen besucht.

Auch in Basel Fuss gefasst
Das grosse Echo veranlasste Carlo Hardmeier und seinen Mitarbeiter, Rolandeo Portillo, auch in Basel Fuss zu fassen. In Pfarrer Daniel Frei fand er eine Person, die ihm dabei mit Rat und Tat zur Seite stand. Zuerst wurden die Gottesdienste und die Bibelstunden in Riehen in den Räumen der Freikirche «New Covenant Fellowship» gefeiert, seit Oktober letzten Jahres in der Johanneskirche im St. Johannquartier. Die Gottesdienste finden nun wöchentlich statt, am Donnerstag zusätzlich eine Bibelstunde. In den Gottesdiensten spiele die Musik eine wichtige Rolle, erklärt Carlo Hardmeier. Die Gittarre, die er bei sich trägt, unterstreicht die Aussage.
«Wir sind eine Kirche auf Zeit, eine Eingenerationenkirche»
Am 17. Juni, dem Flüchtlingssonntag, kommt die Iglesia Christiana Hispano-Suiza um 16 Uhr in der Johanneskirche zum Gottesdienst zusammen, zu dem alle Interessierten eingeladen sind.
«Es wird keine spezielle Feier sein, denn wir wollen uns so vorstellen, wie wir immer sind», sagt Pastor Carl Hardmeier. Und wie sie sind, sagt er auch gleich: «Wir sind eine Kirche auf Zeit, eine Eingenerationenkirche. Die Kinder unserer Mitglieder werden hier zuhause sein und sich in der evangelisch-reformierten Kirche eingliedern. Dann werden wir sehen, wohin die Reise weitergeht.» Die Iglesia Cristiana Hispana-Suiza ist eben eine Kirche der Gegenwart, ganz nach dem Jesuswort im Matthäusevangelium: «Sorgt euch nicht um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Last.»
Franz Osswald



Drei Konzerte
Am Tag der Flüchtlinge, am Samstag, den 16. Juni, finden auf dem Theaterplatz drei Live-Konzerte statt. Um 16.30 Uhr tritt Djanta auf, um 18.30 Uhr Bettina Schelker und ab 20.30 Uhr spielt die Gruppe Bajanski Bal. Der Musikevent wird vom Schweizerischen Arbeiterhilfswerk SAH Region Basel, dem HEKS, der Caritas beider Basel und dem SRK Basel und Baselland organisiert. In der Schweiz werden rund 30 Prozent der Asylsuchenden als Flüchtlinge mit vorläufigem Aufenthaltsstatus aufgenommen.

Franz Osswald


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