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Singend an der Kirche bauen

01.01.2016
«Hujambo Afrika», wie geht es Dir Afrika, lautet das Motto eines Projektchors aus Tansania, der sich derzeit auf einer Schweizer Konzertreise befindet. Gesang als Verkündigung, missionarisches Arbeitsinstrument und Botschafter der Kirche.

«Wo man singt, da lass dich nieder», besagt ein hiesiges Sprichwort. Eines, das nicht nur für europäische Verhältnisse gilt, sondern auch für afrikanische. Ohne Gesang wäre ein Gottesdienst der «Moravian Church» in Tansania undenkbar. Ja, die Chöre dieser afrikanischen Kirche, die auf die «Herrnhuter Brüdergemeine» zurückgeht, bilden einen wesentlichen Teil der Missionsarbeit. Chorleiter und Pfarrer Nosigwe Buya: «Die Kirchenlieder, die wir singen, erzählen aus der Bibel. Unser Gesang ist eine Form der Verkündigung und kann deshalb als Teil der Mission verstanden werden.»

Wenn die Stimmen rufen
Unter dem Motto «Hujambo Afrika Chöre bauen Gemeinde» befindet sich derzeit ein Chor aus Tansania auf Schweizer Tournee. Ende Mai waren die Sängerinnen und Sänger in der mission 21 zu Gast und sangen über Mittag in der Basler Peterskirche. So, wie kein Gottesdienst ohne Gesang denkbar ist, so auch kein Gesang ohne Bewegung. Mit dem Einstimmen des Chores wird auch der Rhytmus vorgegeben. Singend bewegen sich die Chormitglieder leichtfüssig; Lieder, die im wahrsten Sinne bewegen.
Dies ist durchaus konkret gemeint. «Bei uns rufen nicht die Glocken die Leute zum Gottesdienst, sondern die glockenklaren Stimmen des Chors», erzählt Chorleiter und Pfarrer Nosigew Buya. So gesungen werde, strömten die Gläubigen zusammen. Dies gelte auch für Hochzeiten und Beerdigungen. Die Liedtexte, so Nosigwe Buya, entstammten der Bibel und gäben Auskunft auf Fragen, die die Menschen haben. «Unsere Lieder sind gesungene Predigten», sagt der Chorleiter.
Dass Chöre als missionarisches Arbeitsinstrument verstanden werden, zeigt sich bei der Neubildung von Gemeinden. «Bei der Erschlies­sung neuer Regionen in Tansania, setzen wir die Chöre als Botschafter der Kirche ein», erklärt Pfarrer Buya. Wenn der Chor gut singt, geben die Menschen viel Geld, das wir für den Gemeindeaufbau einsetzen können. Nimmt man die wachsende «Mora­vian Church» als Referenz, dann singen die Chöre in Tansania ausgezeichnet.
Dass dem so ist, davon kann man sich derzeit selbst überzeugen. Unter Federführung der Zürcher reformierten Landeskirche wird der Hujambo-Chor noch bis am 20. Juni Konzerte in der ganzen Schweiz geben. Der Konzertplan findet sich im Internet unter www.zh.ref.ch/hujambo. Viele Möglichkeiten, Afrikas Kirche aus erster Hand kennenzulernen.



Info: Herrnhuter Ursprung
1891 kamen Herrnhuter Missionare nach Ostafrika und legten dort den Grundstein für die heutige Moravian Church Tansania. Die vier mitgliederstärksten der 25 Provinzen der Herrnhuter Unität liegen in Tansania und zählen rund eine halbe Million Mitglieder.

Franz Osswald

Links:
www.zh.ref.ch/hujambo


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