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Glaube kann klingen (1)

01.01.2016
Das Lucerne Festival im Sommer steht unter dem Motto «Glaube». Die Kirchen ergänzen das musikalische Gross­ereignis mit einem umfangreichen Begleitprogramm.

Musik und Glaube gehören seit jeher zusammen. In den ältesten Teilen der Bibel wird bereits davon erzählt, dass die Menschen vor Gott singen und tanzen. Von der Reformation bis heute ist evangelischer Glaube ohne Gesang nicht denkbar. Die Reformation wurde durch Gesang und Musik verbreitet, insbesondere vom protestantischen Choral die evangelische Kirche war von Anfang an eine singende und klingende Kirche. Damit wurde ein Grundstein der europäischen Musikkultur überhaupt gelegt vom Gemeindegesang bis zur Hausmusik.
In diesem Sommer steht das Lucerne Festival unter dem Motto «Glaube» und nähert sich dem Thema von den unterschiedlichsten Seiten. Das Spektrum ist dabei musikhistorisch und konfessionell weit gespannt. Es reicht von geistlichen Werken Bachs, Schuberts und Bruckners, von Mendelssohns «Reformationssinfonie» über Verdis dramatisches Requiem bis zu Strawinskys «Psalmensinfonie» und Schönbergs Oper «Moses und Aron».
Dass jede Religion ihre eigene Legitimation hat und doch nur eine Annäherung sein kann dieser Idee der Aufklärung folgt die Reihe «Glaubensbekenntnisse», die in sieben verschiedene spirituelle Welten führt. Unter dem Aspekt «Letzte Werke, letzte Worte» rückt das Festival Kompositionen in den Blickpunkt, die an der Schwelle zu einer anderen Welt entstanden. Dabei werden unter anderem neben den drei berühmten Neunten Sinfonien von Beethoven, Bruckner und Mahler auch Beethovens kryptische späte Streichquartette und Klaviersonaten erklingen. Was erwartet uns nach dem Tod? Himmel oder Hölle? Dieser Frage wird in acht Konzerten nachgegangen, denn sie hat viele Komponisten zu einer Antwort angeregt.
Gemeinsam mit den Luzerner Kirchen hat Lucerne Festival eine Vorlesungsreihe zusammengestellt, die dem Verhältnis von Musik, Religion und Spiritualität aus theologischer und musikwissenschaftlicher Sicht nachgeht. Auch ein mit dem Schriftsteller Martin Walser, Kardinal Kurt Koch und der evangelischen Theologin Susanne Heine prominent besetztes NZZ-Podium am 26. August widmet sich dem Festivalthema.

Operngottesdienst
Hinzu kommen Veranstaltungen der ökumenischen Erwachsenenbildung und spezielle Gottesdienste. So findet am 12. August ein Operngottesdienst zu «Moses und Aaron» von Arnold Schönberg in der Luzerner Matthäuskirche statt. In einem Festgottesdienst am 26. August wird in der Jesuitenkirche die Messe Es-Dur D 950 von Franz Schubert aufgeführt. Zum Bettag am 16. September findet, als Abschluss des Festivalsommers, im KKL Luzern eine zentrale Feier zum Thema «Musik und Glaube» statt.

Annette Meyer zu Bargholz

Links:
www.lucernefestival.chwww.glaube-musik.ch


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