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Gott begegnen im Internet

01.01.2016
Der Schaffhauser Pfarrer Heinz Brauchart engagiert sich bei der Internet-Plattform der Aktion «Gottkennen.ch». Er sagt: «Es ist mir ein Anliegen, die Leute mit Gott in Berührung zu bringen.»

Wer in diesen Tagen die Website «www.gottkennen.ch» besucht, sich dabei angesprochen fühlt und eine persönliche Frage stellen möchte, kann dies auf einem E-Formular tun. Wenn der oder die Fragende aus der Region Schaffhausen stammt, gelangt das E-Mail vielleicht zu Pfarrer Heinz Brauchart. Er ist einer von siebzehn E-Coaches aus dem Kanton. Zwei weitere von reformierter Seite kommen aus Thayngen und Gächlingen. Ihre Kirchgemeinden engagieren sich gleichfalls für die Kampagne, die Gottsuchende via Internet-Plattform ansprechen möchte.

«Den Sound hören»
Wie kann man Leute im virtuellen Raum mit Gott in Berührung bringen? Sie bleiben anonym, kein Gesichtsausdruck, kein Tonfall verrät die Gefühlslage. «Ich versuche trotzdem, den Sound eines Menschen zu hören», sagt Brauchart. Es gebe immer Anzeichen für die Gefühle zwischen den Zeilen und für die Fragen hinter den Fragen, so der Seelsorger, der vor seinem Theologiestudium Musik studierte. Was aber führt vom Schreiben zur Begegnung mit Gott? «Ich kann mir vorstellen, dass ich jemanden auffordere, ein Unservater zu beten und nach dem Gebet den Geist in die Stille zu richten und zu warten.» Dies könne nur im Zusammenhang eines Austauschs geschehen, er habe keine Pauschalrezepte. Heinz Brauchart weiss aus eigener Erfahrung, was eine Suche nach Gott sein kann. Er selbst sei «Schritt für Schritt zum Glauben geleitet worden», meint er.
«Aus einer Frage kann ein E-Mail-Kontakt entstehen, der weiter führt», sagt Brauchart. Dann sollen die E-Coaches die Suchenden an kirchliche Veranstaltungen vermitteln. Heinz Brauchart hat in der Kantonalkirche auch die Funktion des «Mister Eintritt». Wer neu in die Kirche eintreten will, kann sich an ihn wenden. Für die Kampagne engagiert er sich aus innerer Überzeugung: «Ich möchte die Hemmnisse abbauen, welche die meisten gegenüber der Kirche und grundsätzlich gegenüber dem Glauben und Gott haben.»

Nur der Stil ist anders
Die Kampagne wird von Campus für Christus getragen, eine evangelikal ausgerichtete Bewegung. Auf der Internetseite von «www.gottkennen.ch» finden sich Bekenntnisse, ­viele sind plakativ: Menschen erzählen, wie sich ihr Leben dank Jesus radikal verändert hat. Macht ihm der einseitige Ton ohne Zwischenklänge keine Mühe? «Nein», findet Brauchart. Für manche sei eben dieser fromme Ton der richtige. Man könne Gott auf ganz verschiedene Art finden, mit unterschiedlichen Stilen und Worten. «Im Kern aber geht es um die Liebe zu Jesus, um die Gemeinschaft mit anderen Menschen, um das Berührtwerden vom Geheimnis des Lebens.»
Der Glaube ist ein Geschenk, ist Brauchart überzeugt. Er entspricht etwas, das wir mit «Transzendenz» oder «Nichtwissen» umschreiben können. Es gelte, dafür die richtigen Worte zu finden. Er selbst interessiere sich für die Geschichte des frühen Christentums und für das, was damals gepredigt wurde. Dies verbinde ihn direkter mit der Lehre von Jesus als manche moderne Theologie. Dafür beschreitet der Pfarrer auch ungewöhnliche Wege: So geht er auch mal gemeinsam mit andern über glühende Kohlen: «Die geistigen Kräfte die der Mensch freisetzen kann, sind gross», sagt er.




Thomasmesse zu «Gottkennen.ch»
In der Thomasmesse «Gott.kennen?». Es geht um die persönliche «Vernetzung nach oben» und um «unsere eigene Geschichte mit Gott».
Musik: Vokalensemble Kanti, Leitung: Bea Zeindler. Moderation: Pfarrerin Doris Brodbeck, Kommunikation. Predigt: Pfarrer Werner Näf, Webmaster, Samstag, 10. November, 18.45 Uhr, Münster Schaffhausen

Barbara Helg

Links:
www.gottkennen.ch


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