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Gratulation und Voranschlag

01.01.2016
An ihrer halbtägigen Sitzung hat die Synode der Reformierten Kirche Kanton Solothurn den Voranschlag des kommenden Jahres verabschiedet.

Die Synode in Balsthal begann mit einer erfreulichen Überraschung: Zsuzsa Schneider, Vize-Präsidentin der Synode, gratulierte Verena Enzler zur Wahl als Präsidentin der Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Mitte November hatten die Delegierten des Kirchenparlaments die Synodalratspräsidentin in dieses Amt gewählt. Verena Enzler wird das Kirchenparlament, in dem 26 Kirchen Einsitz haben, die nächsten zwei Jahre leiten.
Nach den herzlichen Gratulationen und dem bunten Blumenstrauss widmete sich die Synode den grauen Zahlen: Das Finanzausgleich 2013 der reformierten Kirche Kanton Solothurn sieht einen Ausgabenüberschuss von 267'000 Franken vor. Der Umfang der Ausgaben, mit denen die Kirche beispielsweise den Verein Ehe- und Lebensberatung, das Kinderheim Bachtelen in Grenchen, die Seelsorge in der Untersuchungshaft Olten oder die Nothilfeseelsorge unterstützt, beläuft sich auf 1'082'250 Franken. Die Voranschläge 2013 für die Synode und den Kirchenboten hingegen sind ausgeglichen. Die Synodalen nahmen beide Vorlagen, die Finanzvorstand Markus Leuenberger präsentierte, einstimmig an. Auch der Auszahlungsplan an die Renovation des Kirchgemeindehauses Dornach und an die Sanierung der Brücke und des Parkplatzes in Fulenbach wurden einstimmig verabschiedet.
Unter den Mitteilungen berichteten die Synodalräte aus ihren jeweiligen Ressorts, in denen sich auch die Entwicklung der Reformierten Kir­chen niederschlägt. Auf schweizerischer Ebene sei man zurzeit daran, Massnahmen gegen den erwarteten Pfarrmangel und die zurückgehende Zahl der Kirchenmitglieder zu entwickeln, führten Ulrich Wilhelm und Verena Enzler aus. «In Zukunft werden die Kantonalkirchen und Kirchgemeinden näher zueinander rücken und vermehrt zusammenarbeiten», erklärte Enzler.
An der Synode stelle das Hilfswerk «Mission am Nil» seine Arbeit vor. Der internationale Missionsverein aus der Schweiz engagiert
sich vor allem in Ägypten, Sudan, Eritrea, Äthiopien, Ruanda, Kongo und Tansania. Sie führen dort Schulen, Spitäler, unterstützen die Bevölkerung bei der Ernährungssicherung und «geben natürlich das Evangelium weiter», wie der Leiter des Missionswerks Markus Fischer ausführte. Die Hilfe geschieht ohne Ansehen von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe oder Religion.
Im mehrheitlich muslimischen Sudan führt «Mission am Nil» seit 1955 die Klinik Abu Rof. Jährlich gehen zehntausende Patienten in dem Spital ein und aus. An manchen Tagen bis zu 140 Patienten. Oftmals müssen die Kranken lange warten, bis sie einen Arzt konsultieren können und Medikamente erhalten. 60 Prozent der Kinder, die untersucht werden, sind unterernährt, 30 Prozent davon schwer. Das Personal der Klinik tut, was möglich ist. Doch es fehle an Ärzten, erklärt Markus Fischer, sodass oftmals Krankenschwestern für diese Aufgaben einspringen müssen.

Tilmann Zuber


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