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Letzte Ruhe auch wieder im Kreuzgang des Münsters?

01.01.2016
In der christkatholischen Predigerkirche werden schon bald wieder Bestattungen möglich sein. Die Evangelisch-reformierten Kirche möchte nachziehen: Im Kreuzgang des Münsters.

Lukas Kundert, Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt und Münsterpfarrer, ist von der Idee angetan: Im Münster könnten dereinst wieder Menschen ihre letzte Ruhe finden ­ so, wie es in der christkatholischen Predigerkirche in Kürze der Fall sein wird. Noch ist es für Lukas Kundert erst ein Gedanke, der seinen Weg durch die Gremien finden müsse, doch schon der Gedanke allein, fasziniert ihn.

Angstfreies Sterben
Die Christkatholiken haben die Predigerkirche zu ihrem Zentrum gemacht. Sie haben das Pfarramt, die Pfarrbüros sowie die Finanz- und Steurverwaltung in die Seitenräume der Predigerkirche verlegt. Im Rahmen dieser Veränderung hat sich der Kirchenrat zusammen mit Pfarrer Michael Bangert und Diakonin Karin Schaub die Frage gestellt, wie der Sakralbau samt Umgebung in Zukunft genutzt werden könnte. Aus seiner pastoralen Praxis und aufgrund der alten Tradition erwuchs Pfarrer Michael Bangert die Idee des «Prediger-Gärtleins». «Das Thema Tod und Sterben muss gerade von den christlichen Kirche angstfrei und spirituell neu akzentuiert werden.» Die Tumba (das ehemalige Dominikus-Grab) war noch vorhanden und im kleinen Gärtlein auf der Südseite genügend Platz, für Bestattungen rund dreihundert im «Prediger-Gärtlein» und 2000 in der Tumba.
In Gesprächen mit dem Friedhofsamt und der Stadtgärtnerei zeigte sich, so Pfarrer Michael Bangert, dass es aufgrund des liberalen Basler Bestattungswesens möglich ist, die Asche der Verstorbenen ohne Urne in einer Tumba oder einem Erdgrab beizusetzen. Damit wird die Bestattungstradition wieder aufgenommen, die seit dem 13. Jahrhundert ­ der Gründung des Dominikanerklosters bis ins Jahre 1805 Bestand hatte. Dass nicht nur Verdiente und gut Betuchte im «Prediger-Gärtlein» ihre letzte Ruhe finden können, sondern alle Christkatholiken und andere Christen, entspreche dem Geist der Christkatholischen Kirche, erklärt Pfarrer Bangert.
Was eine Bestattung kosten wird, darüber hat der Kirchenrat noch nicht beschlossen. Sicher ist laut Michael Bangert, dass es für Mitglieder der Christkatholischen Kirche sehr kostengünstig sein wird, für andere Christen aber bestimmt nicht teurer als bei vergleichbaren Angeboten. Bangert: «Das Prediger-Gärtlein steht für uns in erster Linie für Ruhe, Erinnerung und Verbundenheit und nicht für Geld». Der Tod werde im Herbst 2013 zudem an einem künstlerischen Grossanlass zum Thema gemacht, fügt Bangert bei.
Münsterpfarrer Lukas Kundert hat bereits einen Ort im Kreuzgang ins Auge gefasst, wie er gegenüber «onlinereports.ch» ausführte. Dort würden, anders als bei den Christkatholiken, besonders verdiente Mitglieder der Evangelisch-reformierten Kirche bestattet werden für 8000 bis 10'000 Franken.

Franz Osswald

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