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Alte Kleider «upgraden» statt wegwerfen

01.01.2016
Ein neues Outfit ohne einkaufen zu gehen? Modedesigner Wesley Petermann zeigt Jugendlichen in einem Workshop in Luzern, wie das geht.

«Alles zum halben Preis!» «Nimm drei, zahl zwei!» die Angebote in den Modegeschäften, besonders zu Schlussverkaufszeiten, sind verlockend. Wer kehrt nicht gut gelaunt vom Einkaufsbummel zurück, wenn er wenig Geld für viele Klamotten bezahlt hat? Gedanken darüber, warum es möglich ist, die Kleider so günstig zu verkaufen, machen sich hingegen nur wenige.
Bei vielen Jugendlichen ist «Kleider shoppen» Hobby Nummer 1, weiss auch Wesley Petermann. Der junge Schweizer Modedesigner will deshalb im Rahmen der ökumenischen Kampagne von «Brot für alle», «Fastenopfer» und «Partner sein» vermitteln, dass es nicht die zehnte Jeans und das zwanzigste T-Shirt braucht, um einen neuen Look zu kreieren.

Aus Alt mach Neu
«Ich möchte zeigen, dass man alte Jeans nicht als Wegwerfprodukt behandeln soll, sondern, dass man noch viel Neues daraus machen kann», erklärt Petermann. In einem kostenlosen Workshop am Sonntag, 23. März, in der Lukaskirche zeigt er darum unter anderem wie man Jeans professionell «zerreisst». Mit einer Hornhautraffel bearbeitet, sieht das Ergebnis dann aus wie das Designerstück aus dem Laden. Teilnehmen können alle Jugendlichen ab zwölf Jahren. Mitzubringen sind vor allem Kleider, die man aufpeppen möchte, aber auch Reststoffe, Bordüren, Spitzen, Knöpfe und ähnliches. So will der kreative Designer erklären, wie man Haarreifen aus Reststoff herstellen kann oder Jeans mit Bordüren oder Spitzen verzieren oder ein schönes Muster von einem T-Shirt auf Hosen nähen kann.
«Vor der Zusammenarbeit mit Brot für alle habe ich mich noch nie mit Fair Trade befasst», erzählt Petermann. «Ich mache meine Mode noch selber und lasse nichts produzieren. Mittlerweile interessieren mich aber die Bedingungen, unter denen etwas hergestellt wird.» Wenn man nur fünf Franken für ein T-Shirt zahle, so Petermann, sei es bestimmt nicht unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt worden. Dennoch möchte er den Jugendlichen nicht das Shoppen verbieten. Einen Rat hat er aber dennoch parat: «Man muss beim Einkaufen ein Gleichgewicht finden. Vielleicht weniger T-Shirts, dafür fair produzierte. An ihnen hat man dann auch mehr Freude.»




Aktionstag am 23. März, LukasKirche Luzern
> 10 Uhr: reformierter Gottesdienst zum Kampagnenmotto «Die Saat von heute ist das Brot von morgen», anschliessend «Gwunderbar»
> 12 Uhr: Mittagessen
> ab 12.30 Uhr: Kleidertausch und Styling-Tipps von Jungdesigner Wesley Petermann für Jugendliche ab 12 Jahren: Kleiderschrank ausmisten, mitbringen, was nicht mehr gefällt, aufpeppen, neu stylen, tauschen, neu kombinieren. Das Ergebnis wird um 15.15 Uhr in einer Modenschau präsentiert.
> 14 Uhr: «LAUTER!» Kabarettprogramm mit Sybille und Michael Birkenmeier. Die Geschwister Birkenmeier beleuchten die Gesellschaft schonungslos und gleichzeitig auf poetische Art und Weise: Die bissige Zeitkritik bewegt und beflügelt mit brillanter Musik. «Lauter!» ist ein Kabarett das besingt, worüber Politiker schweigen.
> 15.15 Uhr: Eine etwas andere Modenschau mit Kreationen der jugendlichen Workshopteilnehmer

Gastgeber: Reformierte und Katholische Kirche Stadt und Kanton Luzern, RomeroHaus und Missionskonferenz

Annette Meyer zu Bargholz

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