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Einfach mal «reinhören»

01.01.2016
Mit «reinhören» lanciert der Verein Pro Münsterplatz ein Hörerlebnis spezieller Art: Eine musikalische Performance, die den Kleinen Münsterplatz zur sinnlichen Klanglandschaft wandelt.

Der Münsterplatz ist wohl der ruhigste aller Basler Plätze mit wenigen Ausnahmen, wie der Herbstmesse. Den Charakter des Platzes in diesem Sinne zu erhalten, das hat sich der Verein Pro Münsterplatz zum Ziel gesetzt. Nun wartet er mit einem interessanten Projekt auf: «reinhören».
Der Münsterplatz Basel wird in einem neuen musikalischen Licht erscheinen durch einen temporären Musikpavillon, der sich in den charakteristischen Baumhain des Kleinen Münsterplatzes einfügen wird. Entworfen haben den temporären Bau die beiden Studierenden der Hochschule für Szenografie und Innenarchitektur, Stefan Waser und Adrian Beerli.
Der Pavillon wird für zwei Wochen, vom 11. bis 25. Mai, Raum für täglich stattfindende achtstündige Musikperformances geben. Eingeweiht wird der Pavillon durch den international bekannten Pianisten und Dirigenten Marino Formenti. Formenti wird gemäss der Architektur des Musikpavillons die Zuhörer über die ersten fünf Tage zum «reinhören» anregen, seiner Musik zu lauschen und sich auf eine ungezwungene Reise in unterschiedliche Klangwelten von Schubert über Cage, Meldau, Nirvana und Celentano einzulassen.
Stilübergreifendes Programm von Schubert bis Cage
Der Reigen an sparten- und stilübergreifenden Vorstellungen wird von renommierten Ensembles aus Basel, Zürich, Berlin und der Westschweiz fortgesetzt: von marinafon, den Ensembles Zafraan und Eunoia oder dem Ensemble arcimboldo, das sich der für Basel bedeutenden Totentanz-Musik in transformierter Form widmet. Die Gruppe Hanneli-Musig wird die Erstaufführung von Basler Tanzmusik aus der Sammlung der Baselbieterin Hanny Christen vortragen.
Auch gesellschaftspolitisch relevante Themen wie Flucht und Immigration werden in «Lampedusa» und die Auseinandersetzung mit historischen und heutigen Spielpraktiken und Instrumenten aufgenommen.
Die Musikdarbietungen suchen den Austausch mit dem Publikum bis hin zur Möglichkeit, das Programm mit auszuwählen Zu allen von 14 bis 22 Uhr stattfindenden Performances ist der Eintritt kostenlos. Finanziell ermöglicht wurde der Erstling durch die Zuwendungen von Privatpersonen, Firmen und gemeinnützigen Stiftungen sowie dank einem Beitrag aus dem Swisslos-Fonds.
Der Ruhe ausstrahlende Münsterplatz bietet sich fürs Projekt geradezu an, denn: Am besten hört man in der Stille. Darin erkennt Münsterpfarrer Lukas Kundert den Wert des Projekts. Es nehme den Charakter des Platzes auf und gestalte eine Klanglandschaft, die die Qualitäten des Ortes Ruhe und Besinnlichkeit über das Hören vermittelt.

Franz Osswald / PD


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