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Menschen helfen, ihr Leben umsorgt zu vollenden

01.01.2016
Dem Menschen ein würdiges Sterben zu ermöglichen, ist Ziel von Palliative Care. Eine neue Arbeitsgruppe in der ERK Basel-Stadt möchte das Bewusstsein für diesen Weg stärken aus christlicher Sicht.

Seit einigen Monaten gibt es in der ERK Basel ein Mandat zum Thema «Palliative Care». In Basel und Riehen hat Pfarrerin Martina Holder eine Arbeitsgruppe formiert, die sich dem Thema «Palliative Care» aus christlichem Blickwinkel annimmt. Die gesellschaftliche Diskussion um die letzten Dinge des Menschen bewegt sich derzeit zwischen Sterbehilfe und Palliative Care. Letzteres meint eine geschützte (palliare, mit einem Mantel umgeben) Sterbebegleitung im Spital oder zu Hause, wenn die kurative Medizin nicht mehr angezeigt oder möglich ist. Auf Bundesebene sollen bis Ende 2015 Massnahmen zu Palliative Care erarbeitet werden, wie die Betreuung in der Spezialversorgung (Institutionen, Spitäler, Hospize) und zu Hause (in Zusammenarbeit mit Spitex und gemeinnützigen Organisationen) umgesetzt werden soll.

Bewusstseinsbildung
Eine Säule der Palliative Care, die auf die Ärztin Cicely Saunders zurückgeht, ist die Spiritual Care, die seelsorgerliche und geistliche Unterstützung von Schwerkranken und Sterbenden. Die neue kirchliche Arbeitsgruppe Christliche Verantwortung und Palliative Care, in der verschiedene Fachpersonen mitarbeiten, möchte diesen Fokus in die Diskussion einbringen. Pfarrerin Martina Holder ist die treibende Kraft dahinter. «Neben Bund und Kantonen müssen auch die Kirchen sich der Herausforderung der Palliative Care stellen. Palliative Care wird in Zukunft immer stärker in die Kranken- und Altenpflege einfliessen.»
In der Arbeitsgruppe versammeln sich Vertretungen aus Theologie und Seelsorge, Medizin und Pflege sowie der Politik. Ziel sei es, für das Anliegen der Palliative Care eine breitere Öffentlichkeit zu sensibilisieren, sagt Martina Holder, die von der ERK Basel-Stadt das Mandat «Palliative Care» innehat (www.erk-bs.ch/palliative_care). Martina Holder ist auch im Gespräch mit der Römisch-katholischen und Christkatholischen Kirche, auch im Landkanton.
Die Arbeitsgruppe lädt nun zu zwei Vortragsabenden ein. Geladen ist am Freitag, 22. August, 19.30 Uhr in den Meierhof die Pfarrerin und Pflegefachfrau Susanna Meyer Kunz aus Chur. Sie arbeitet als Seelsorgerin auf der Palliativstation des Kantonsspitals Chur. Mit dem Mandat «Palliative Care» stärkt sie in den Kirchgemeinden das Bewusstsein für diesen Ansatz und macht Mut vor Ort, kleine und grössere Schritte zu wagen.
In Basel vom Namen her bekannt ist das Hildegard Hospiz. Am Freitag, 24. Oktober, 19. 30 Uhr im Meierhof wird das Palliativzentrum vorgestellt: von Fachpersonal des Hospiz aus Pflege und Medizin sowie von Angehörigen, die einen Menschen begleitet und verabschiedet haben.



Martina Holder-Franz: «... dass du bis zuletzt leben kannst.» Spiritualität und Spiritual Care bei Cicely Saunders. Verlag TVZ, Beiträge zu Theologie, Ethik und Kirche, Band 7, 2012,
184 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-290-17637-2, 28 Franken.

Franz Osswald


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