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«Ich habe heute Glück gehabt»

01.01.2016
Gegen 300 Menschen wie Du und ich kamen am 6. Dezember in die Predigerkirche zum Dreikönigsapéro. Das grosse Interesse zeigt: Der Anlass entspricht einem grossen Bedürfnis.

Das Vorbereitungsteam des Dreikönigsapéros in der Predigerkirche hat die Kirche in einen festlichen Raum verwandelt: gedimmtes Licht, eine bunte Tombola, Tische mit fröhlichen Sonnenblumenmotiven bedeckt und Königinnen sowie Servicepersonal in orientalischen Gewändern. Durch den Raum strömte der Duft von Glühwein und Apfelpunsch und auch die süssen Dreikönigskuchen erfreuten Auge und Nase denn noch mussten die Gäste warten, bis der Apéro eröffnet wurde.

Zwischen Orient und Basel
Vorgängig wurde ein Programm mit Wort und Musik geboten. In ihrem Grusswort erinnerte Bettina Zeugin, Leiterin der Caritas beider Basel, an die Not, die vielerorts herrscht, und an die Hürden, die im kommenden Jahr zu nehmen seien: «Auf politischer Ebene wird der Sozialabbau im Jahre 2015 ein wichtiges Thema sein.» Von der Schweizer Perspektive weg, ostwärts, führte die Band Balkan Express mit ihren Klängen, die das Publikum begeisterten und sogar zum Tanzen anregten. Die Geschichte «Dr Wiehnachtsbaum» von Theobald Baerwart liess die Gedanken wieder in heimische Gefilde zurückkehren. Beat Trachsler las den heiteren Text in wunderbarem Basler- und Baselbieter Dialekt und sorgte für eine gelöste Stimmung.
Nach dem «offiziellen Teil» mit Beiträgen fürs Ohr, gings dann über zum Apéro, der von Drehorgelklängen umrahmt wurde, die Christoph Bossart, ehemaliger Leiter der Caritas beider Basel, dem Instrument entlockte. Der Hunger und Durst der Anwesenden hätte jede Nonna erfreut, denn am Ende waren die Töpfe mit Glühwein und Punsch leer und die Dreikönigskuchen bis auf die letzte Krume verspeist. Und das bedeutete, dass alle «Prinzen», die in den Kuchenstücken versteckt waren, Abnehmer gefunden hatten. «Prinzen», die ein Gewinnlos garantierten und einen schönen Tombola-Preis. «Ich habe heute Glück gehabt», sagt ein lachender Herr
namens Kaspar, «und Namenstag habe ich auch noch.»
Zu den Gewinnern zählten indes alle, die an diesem Abend in die Predigerkirche kamen. «Ich bin total begeistert», liess ein gut gelaunter Herr das Vorbereitungsteam wissen. Die Dankbarkeit und Freude «der Menschen wie Du und ich» war spür- und sichtbar und übertrug sich auch auf die Veranstalter. Den ganzen Abend hindurch ergaben sich gute Gespräche und interessante, bereichernde Begegnungen. Der Tenor der veranstaltenden Kirchen (evangelisch-reformierte, römisch-katholische und christkatholische) war denn eindeutig: Dieser Anlass ist genau das, wofür die Kirchen und Caritas sich engagieren müssen: für Menschen, wie Du und ich, die aber in der Gesellschaft am Rande leben.


Zum Bild: Geduldig steht die Gästeschar des Dreikönigsapéros an, um ein Stück Kuchen und einen Glühwein zu bekommen. |Moosbrugger

Franz Osswald


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