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Welche Zukunft haben die Reformierten? (1)

01.01.2016
Am Schwyzer Kirchentag diskutieren Theologen, Kirchenleitungen und Politiker über die Zukunft der Reformierten. Das Podium mit dem Schwyzer Regierungsrat André Rüegsegger, dem Präsidenten des Kirchenbundes Gottfried Locher und anderen verspricht Spannendes.

Am 18. Oktober wird Rothenthurm zum Zentrum in Sachen Zukunft der Reformierten. Unter dem Motto «Konservieren, renovieren, reformieren» stellt der Kirchentag die Frage nach der Zukunft der Reformierten. Prominente Vertreter aus Theologie, Kirche und Politik diskutieren über diese Frage.
Von staatlicher Seite beteiligt sich der Schwyzer Regierungsrat André Rüegsegger am Gespräch. Weiter sitzen der Religionssoziologe Jörg Stolz, der Publizist Fulbert Steffensky, die Direktorin von Mission 21 Claudia Bandixen und der Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes Gottfried Locher auf dem Podium. Moderiert wird die Diskussion vom Zukunftsforscher Andreas M. Walker.

Kirche muss in der Gesellschaft relevant bleiben
Die Organisatoren des Kirchentags sind stolz auf das gut besetzte Podium. Umso mehr, als sich die Frage nach der Zukunft der Reformierten immer dringender stellt. Gerade in einer Kirche, die kleiner und über weniger finanzielle Mittel verfügen wird, «aber dennoch mehr leisten soll». Für Heinz Fischer, Präsident des Schwyzer Kirchenrates, steht die Frage im Vordergrund, wie sich die Kirche genügend Zeit nehmen kann für die Menschen, die Seelsorge und für das Evangelium. Die pastorale Arbeit in der Kirchgemeinde sei heute sehr vielfältig geworden, «aber manche nehmen dies gar nicht mehr wahr». Da sei es wichtig, dafür zu sorgen, dass die Kirche in der Gesellschaft relevant bleibe und nicht zu einem Nebenschauplatz verkomme.
Für Birgit Hohneck-Ziltener, Präsidentin des Organisationskomitees, hängt die Zukunft der Kirche grundsätzlich von ihren Mitgliedern, den zahlreichen Freiwilligen und Mitarbeitenden ab. «Gerade da stellt sich die Frage, sind wir authentisch und glaubwürdig im Sinn unseres Bekenntnisses», meint Hohneck. «Leben wir den Glauben und die Werte, die wir verkünden?»
Wichtig sei es, dass die Kirchgemeinden gastfreundlich auftreten und offen seien für die Bedürfnisse aller Generationen. Unter dem Dach Kirche müsse es Platz haben für die Diskussion und das Nachdenken über den Glauben. «Die Atmosphäre soll zum Bleiben einladen und den Menschen, die sich einsetzen, Anerkennung und Wertschätzung entgegenbringen», betont Hohneck.

Erkennbar sein
Fischer und Hohneck erachten es als wichtig, dass die reformierte Kirche in der multireligiösen Gesellschaft klarer erkennbar wird. «Damit wir in der Fülle der religiösen und weltanschaulichen Angebote wahrgenommen werden, sollten wir an unserem profilierten öffentlichen Auftritt arbeiten», sagt Birgit Hohneck. Selbst wenn die Kirche künftig über weniger finanzielle Mittel verfügen sollte, müsste sie «stärker sichtbar sein, gegen aussen und für das innere Umfeld der eigenen Mitglieder», fügt Heinz Fischer hinzu.
Für Birgit Hohneck dürfen die Reformierten auch in Zukunft selbstbewusst zu dem stehen, was sie «zu bieten haben und alles an Gutem leisten». «Wir verkünden und leben den Glauben. Gleichzeitig leisten wir seit Generationen gute, nicht quantifizierbare soziale Arbeit, die zum guten Funktionieren der Gesellschaft beiträgt. Als Christen sollten wir uns aktiv in die Gesellschaft einbringen und diese mitprägen», ist sie überzeugt.

Tilmann Zuber


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