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«Licht vertreibt Dunkelheit»: Interreligiöse Solidarität

01.01.2016
Am Tag der Menschenrechte am 10. Dezember leuchtete das Basler Münster in der Lichtinstallation «Licht vertreibt Dunkelheit». Rund 400 Personen gedachten an der interreligiösen Solidaritätsaktion der Opfer des Terrorismus in Paris und Nigeria.

Das Treiben auf dem weihnachtlich erleuchteten Adventsmarkt war in vollem Gang. Die Fassade des Münsters ein paar Schritte daneben blieb hingegen weitgehend im Dunkeln. Bis sie um 17.30 Uhr in hellem Licht erstrahlte. Über den roten Sandstein schwebten die Namen der Opfer der Anschläge von Paris und soweit man sie kennt des Boko Haram-Terrors in Nigeria. Mit ihrer Installation gedachten die Künstler Maria Gysi und Daniel Wangen der Opfer von Gewalt und Hass auf der ganzen Welt und riefen auf zur Solidarität mit ihnen.

«Hoffnung und Leben sind stärker als Terrorismus und Mord. Vor allem Religionsgemeinschaften stellen Hoffnung und Leben für alle Menschen ins Zentrum ihres Wirkens. Das bezeugen die Träger dieses Anlasses», sagte Claudia Bandixen, Direktorin von Mission 21.

Inspiriert von Martin Luther King
Mission 21 organisierte die Aktion «Licht vertreibt Dunkelheit», inspiriert von Martin Luther Kings Worten «Finsternis kann keine Finsternis vertreiben. Das gelingt nur dem Licht. Hass kann den Hass nicht austreiben. Das gelingt nur der Liebe.» Die reformierte und katholische Kirche Basel-Stadt, die Basler Muslim Kommission und die Israelitische Gemeinde Basel trugen die Solidaritätsaktion mit und setzten an diesem Abend gemeinsam ein Zeichen gegen Terror, Hass und Gewalt. Mit Gebeten in der Tradition ihres Glaubens plädierten ihre Vertreter öffentlich für ein friedliches Zusammenleben über die Religionsgrenzen hinweg. Für die Christen sprach Münsterpfarrer Lukas Kundert, für die Muslime Imam Bilal Yildiz und für die Juden Gilbert Goldstein, Vorstandsmitglied der Israelitischen Gemeinde.

Die bekannten Friedenslieder «We Shall Overcome» und «Hevenu Shalom Alechem», gesungen von den rund 400 Anwesenden, rundeten die Feier ab. Anschliessend lud Claudia Bandixen alle dazu ein, vor dem Münster-Portal eine Kerze anzuzünden und dem Taizé-Gebet im Münster beizuwohnen.

Die Lichtinstallation war gemäss Christoph Racz, Medienbeauftragter von Mission 21, «ein einzigartiger Anblick», denn «das Basler Münster wird sehr selten für Illuminierungen freigegeben.»


Zum Bild: «We Shall Overcome»: Die Lichtinstallation zum Menschenrechtstag an der Fassade des Basler Münsters setzte ein Zeichen gegen Terror, Hass und Gewalt in der Welt.
Foto: MW/Mission21

Karin Müller / Kirchenbote / 11. Dezember 2015


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