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Ein «Wort zum Sonntag» auf der Überholspur

01.01.2016
Erfreulich: Das «Wort zum Sonntag» vom März 2015 bringt es auf den dritten Platz jener SRF-Kultursendungen, die auf dem SRF-Videoplayer 2015 am meisten gesehen worden sind. Erstaunlich: SFR zeigt die Sendung «nur» auf Platz fünf an.

SRF hat vor kurzem folgende Liste der meistgesehenen Kultursendungen des SRF-Videoplayers im Jahr 2015 veröffentlicht (in dieser Reihenfolge; Stand 5. Januar):

«Kulturplatz» vom 18. Februar: knapp 38000 Views.
«Literaturclub» vom 27. Januar: knapp 17000 Views.
«Sternstunde Philosophie» vom 11. Januar: rund 11500 Views.
«Sternstunde Religion» vom 11. Januar (mit der reformierten Pfarrerin Brigitte Becker): knapp 6100 Views.
«Wort zum Sonntag» vom 7. März (mit der reformierten Pfarrerin Sibylle Forrer): knapp 14000 Views.

Für das «Wort zum Sonntag» von Sibylle Forrer zum Thema «Ehe für alle» ist der dritte Platz ein sehr schöner Erfolg. Judith Hardegger, Leiterin der Redaktion «Sternstunden», bei der das «Wort zum Sonntag» angesiedelt ist, findet das gute Abschneiden sehr erfreulich. Total überrascht ist sie aber nicht. «Das Wort zum Sonntag hat einen guten Sendeplatz am Samstagabend zwischen Meteo und den anschliessenden Sendungen.»

Schon früher habe es «Worte zum Sonntag» gegeben, die eine sehr gute Quote erreicht hätten, beispielsweise nach tragischen Ereignissen. (Die durchschnittliche Reichweite des «Wort zum Sonntag» liegt bei 370000 Zuschauern, der durchschnittliche Marktanteil bei 28,8 Prozent.)

Grosses soziales Netzwerk hilft
Bei Sibylle Forrers Beitrag habe sicher auch das Thema «Ehe für alle» eine Rolle gespielt, das gesellschaftsrelevant sei, so Hardegger. Zudem behandelte es Forrer konkret und anschaulich. Ein weiterer Faktor für die hohe Views-Zahl sei, dass Forrer ein grosses Netzwerk in den Social Media habe und ihr «Wort zum Sonntag» deshalb sicher gut geteilt worden sei.

Warum aber weist SRF die entsprechende Sendung auf Platz fünf aus, obwohl sie doch auf Platz drei gehörte? Nadine Gliesche, SRF-Mediensprecherin Kultur, erklärt es so: «Die Darstellung im Format des Listicles bringt es mit sich, dass die einzelnen Elemente des Listicles jeweils nummeriert sind.» Diese Nummerierung gebe aber keine Wertung oder Rangfolge wieder, sondern sei eine «redaktionelle Reihung».

Die Reihenfolge sei also nicht eine Rangliste nach Views, sondern eine von der Redaktion gewählte Reihenfolge. «Dass überhaupt eine Nummerierung angezeigt wird, ist zudem auch technischer Natur und für Listicles so im Content Management System hinterlegt. Es lässt sich nicht unterbinden», so Gliesche. (Nachtrag: Nach Publikation dieses Artikels hat SRF die Rangliste neu nach View-Zahlen angeordnet; das «Wort zum Sonntag» ist jetzt auf Platz drei).

Nicht nur hinter den Kirchenmauern etwas zu sagen

Wie auch immer. Was meint Sibylle Forrer selbst zum erfreulichen Resultat? «Die Auseinandersetzung mit Glaubensfragen interessiert offensichtlich eine breite Öffentlichkeit», sagt sie. Das habe auch für die Kirche als Institution eine Bedeutung: «Wenn sie darum bemüht ist, dass sich ihre Vertreterinnen und Vertreter in den öffentlichen Diskurs einmischen und Stellung beziehen, dann gewinnt auch die Kirche an Relevanz.»

Das gute Ranking bei SRF Kultur macht für Forrer deutlich: «Pfarrerinnen und Pfarrer haben nicht nur hinter den Kirchenmauern etwas zu sagen. Zu oft wird uns gesagt, wir würden nicht mehr gehört, hätten nichts zu gesellschaftlichen Themen beizutragen und predigten noch für ein paar wenige Leute. Hier sieht man, dass dem nicht so ist.»


Dieser Artikel stammt aus der Online-Kooperation von «Interkantonaler Kirchenbote», «ref.ch» und «reformiert.».


Zum Bild: Schafft es über die Kirchenmauern hinweg: das «Wort zum Sonntag».
Foto: SRF

Matthias Böhni / ref.ch / 5. Januar 2016

Links:
Die fünf beliebtesten Kultursendungen


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