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«Eine Situation im Berufsleben, in der Mut gebraucht wurde.»

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27.01.2023
Herausforderungen, Umbrüche und Neuanfänge sind im Berufsleben immer wieder zu meistern. Pfarrer Johannes Geitz aus Mollis-Näfels schreibt darüber, wie ihm sein Glaube im Alltag bei der Entscheidungsfindung und Umsetzung von Neuanfängen geholfen hat.

Von Pfarrer Johannes Geitz, Mollis-Näfels

Vor meinem Start im Pfarramt war ich √ľber dreissig Jahre als Informatiker t√§tig und diese berufliche Reise verlief nicht immer ruckelfrei. 2013 war ich IT-Teamleiter in der Textilindustrie. Ich kam eines Morgens ins B√ľro, nachdem ich am Vorabend, wie so oft zuvor, eine Extra-Schicht eingelegt hatte. Der Chef bat mich zu einer Unterredung ins Personalb√ľro, wo man mir er√∂ffnete, dass ich im Zuge eines Stellenabbaus meinen Job verliere. Hier stand ich nun, mit circa Mitte 50 ohne Job, und in einer beruflichen Sackgasse ‚Äď denn in der Textilindustrie w√ľrde ich nicht mehr unterkommen. Die Firma bot mir eine Outplacement-Beratung an. Bis zur H√∂he eines Monatsgehalts k√∂nnte ich also nun bei der beruflichen Neuorientierung und der Stellensuche die Hilfe eines Personal-Spezialisten in Anspruch nehmen.

Eigentlich wusste ich aber, was ich wollte: in die Bankinformatik, wo ich bereits zuvor t√§tig gewesen war. Nur ‚Äď w√ľrde ich dort mit meinem Alter eingestellt? Welche Arbeitgeberin engagiert einen angegrauten Informatiker, bei dem h√∂here Sozialleistungen anfallen, als bei einer j√ľngeren Kraft, die vielleicht auch schneller lernt?

Ich fing an zu beten und mich mit Freunden zu beraten. Die zweite Ressource war in diesem Fall bald ersch√∂pft, aber beim Beten wuchs der Glaube, dass Gott einen guten Platz f√ľr mich hat. Mit dieser Erwartung reifte auch ein Entschluss: Ich w√ľrde Kurse in Bankinformatik besuchen und meine aktuelle Arbeitgeberin bitten, diese Kosten anstelle des Outplacements zu √ľbernehmen. Allerdings fragte ich mich, ob es nicht arrogant sei, anzunehmen, ich k√∂nnte auf ein Outplacement verzichten.

Nachdem mein Entschluss gefallen und der Firmenleitung mitgeteilt war, kam von dort erstaunlicherweise eine rasche Zustimmung. Auch die Kurse waren schnell gebucht, weniger schnell war dann ein neuer Job gefunden. Dennoch hatte ich drei Wochen vor Ablauf der K√ľndigungsfrist die Zusage einer Bank f√ľr einen passenden Job und musste mich nicht einmal arbeitslos melden.

Mir ist bewusst, dass in einer ähnlichen Situation auch andere Entscheidungen richtig sein können, aber mein Alltagsglaube wurde durch diese Erfahrung gestärkt. Am neuen Arbeitsort warteten dann nochmals einige gute Jahre auf mich.

- Fortsetzung folgt - 

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