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Onesimus - Der Nützliche

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21.09.2021
Unser junger Autor Joel Bischofberger berichtet über seinen Theaterbesuch in Pfäffikon. Das Stück «Nützli - ein Mann, ein Wort» hat ihn tief beeindruckt.

Am Dienstag, den 31. August 2021, besuchte ich mit meiner Mutter und meinem Bruder die Vorpremiere des Theaterst├╝ckes ┬źN├╝tzli; ein Mann, ein Wort┬╗ in Pf├Ąffikon ZH. Mein G├Âtti arbeitet beim schweizerischen Bibellesebund. W├Ąhrend des Lockdowns konnte er nicht arbeiten. So schrieb er ein Drehbuch ├╝ber den Philemonbrief. Nun waren wir zur Vorpremiere eingeladen.

Als sich dann der Saal nach und nach f├╝llte, machte ich mir Gedanken ├╝ber den Titel des Theaterst├╝ckes ┬źOnesimus - Der N├╝tzliche┬╗. Bislang hatte ich in der Bibel noch nie von einem Onesimus gelesen oder geh├Ârt. Nun war ich gespannt von diesem Brief etwas zu erfahren.

Onesimus (mein G├Âtti) wischte gelangweilt den Boden auf der B├╝hne. Er war unzufrieden, f├╝hlte sich alleine und schimpfte ├╝ber seinen Meister Philemon. Sein Meister war mit ihm nicht zufrieden, da er seine Arbeit unzuverl├Ąssig und nicht ordentlich machte. Eines Tages wollte er das Gl├╝ck an einem anderen Ort suchen. So machte er sich auf und floh mit einem G├╝terschiff ├╝ber das Meer nach Rom. Hungrig und verlassen in Rom wurde er von den Christen Priscilla und Aquila liebevoll aufgenommen. Er sp├╝rte, dass dieses Paar etwas Besonderes besass. Das Paar machte ihn mit Paulus, der zu dieser Zeit im Gef├Ąngnis sass, bekannt. Paulus erz├Ąhlte ihm von Jesus, von der Liebe Gottes und so weiter. Onesimus merkte, dass auch er ein Kind Gottes ist und auch er geliebt wird. Nun f├╝hlte er sich nicht mehr alleine, da er eine Familie gefunden hatte. Mit einem Schreiben von Paulus, dem Philemonbrief, kehrte er zu seinem Meister zur├╝ck. Am Schluss des Theaterst├╝ckes konnten wir beobachten, wie Onesimus mit Freude die B├╝hne richtig sauber wischte.

Aber wer war eigentlich dieser Onesimus? In der damaligen Zeit war es ein ├╝blicher Sklavenname. Mit dem Philemonbrief haben wir einen sehr pers├Ânlich gehaltenen Brief von Paulus vor uns. Trotzdem handelt es sich nicht nur um einen Privatbrief. Denn in diesem Brief wird nicht nur Philemon, sondern auch dessen Heimatstadt Koloss├Ą angesprochen. Paulus bittet bei Philemon um Vergebung f├╝r Onesimus.

Das Theaterst├╝ck faszinierte mich sehr. Neben den Dialogen sang, rappte und tanzte mein G├Âtti noch. Es erf├╝llte mich mit Stolz. Mein G├Âtti ist ein wahrer K├╝nstler.

W├Ąhrend des Theaterst├╝cks machte auch ich mir Gedanken ├╝ber meinen Glauben. Gott liebt auch mich. Jede Aufgabe ist in den Augen von Gott wichtig. Vielleicht mache ich nun das n├Ąchste Mal meine Hausarbeit pflichtbewusster und mit mehr Freude!

Das Theaterst├╝ck kann beim Bibellesebund gebucht werden. Ich w├╝rde mich riesig dar├╝ber freuen, wenn mein G├Âtti das St├╝ck in der Stadtkirche Glarus auff├╝hren d├╝rfte.