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Leben & Glauben

«Für die Schöpfung einstehen»

25.01.2022
Markus Bösch setzt sich zusammen mit der Grüne Partei für den Umweltschutz ein. Im Interview verrät er, wie ihn der Glaube zusätzlich bestärkt, für die Schöpfung einzustehen.

Markus Bösch


Alter:
 62
Wohnort: Romanshorn
Beruf: Primarlehrer
Kirchliches Engagement: Ökogruppe Katholischen Kirchgemeinde Romanshorn; für die Evangelische Kirchgemeinde Romanshorn journalistisch tätig, wirkt bei Gottesdiensten mit und ist Hauskreisleiter
Mitgliedschaft: Präsident Grüne Partei Romanshorn
Hobbys: Schreibend und fotografierend der Welt begegnen, lesen, philosophieren, reisen mit der Bahn, dem Velo und zu Fuss, Musik hören, Saxofon spielen

 

Was gefällt Ihnen am Vereinsleben besonders?
Wir entwickeln gemeinsam Ideen und Aktionen und setzen sie konkret um für die Umwelt und die Natur. Wir bleiben dran, auch wenn die politische Arbeit manchmal gefühlt zu lange dauert.

Was könnte man verbessern in Ihrem Verein?
Manchmal wünsche ich mir, dass wir die Aktivitäten auf mehr Schultern verteilen, sprich: Mehr Menschen zum Mittun bewegen können.

Welchen Beitrag kann Ihr Verein für die Gesellschaft leisten?
Die Klimakrise und der Artenschwund lassen sich weltweit und auf lokaler Ebene beobachten. Wir wollen mithelfen, diese Probleme zu lösen – mit dem Bewusstsein, Teil eines Systems zu sein, das diese Probleme mitverursacht. Trotzdem wollen wir klarmachen: Wir alle können handeln und damit selbstwirksam sein. Wir können vorangehen und Geschichten des Gelingens erzählen.

Welche Rolle spielt der Glaube in Ihrem Leben? Können Sie dafür ein konkretes Beispiel nennen?
In der Bibel lese ich von einem Gott, der seine Schöpfung mit liebevollem Blick betrachtet, der sich um alles Lebendige sorgt. Ich lese ausserdem von einem Gott, der gelebt hat, als Immanuel, der mit uns ist. Er ist mit uns, auch in aufrüttelnden und herausfordernden Zeiten. Weil ich das weiss, bin ich eingeladen, an meinem Ort mit meinen Begabungen, Beiträge zum Schutz alles Lebendigen zu leisten. Ich weiss, ich kann mit vielen anderen Wichtiges bewirken. Denn die Zukunft hat jetzt, in der Gegenwart, begonnen. Der Soziologe Harald Welzer sagte, dass alles anders sein könne: Wir brauchen eine Vorstellung davon, wie es sein sollte. Und wir müssen und dürfen es machen, für einen guten Umgang mit der Welt.

Gibt es etwas, was die Kirche von Ihrem Verein lernen könnte?
Die Kirchen sollen den Glauben und den Alltag verbinden, mit den Menschen reden, politisch Stellung nehmen, auf die Strasse gehen und mit Aktionen für die Schöpfung und den Frieden einstehen.

 

(Interview: Jana Grütter)


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