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Lostorferin wird oberste Reformierte

01.01.2016
Mitte November haben die Delegierten der Abgeordneten­versammlung des Schwei­zerischen Evangelischen Kirchen­bundes SEK Verena Enzler zur Präsidentin des Kirchenparlamentes gewählt. Für zwei Jahre wird sie die Versammlung leiten.

Die Wahl erfolgte einstimmig unter grossem Applaus. An der Herbstsitzung der Abgeordnetenversammlung AV wählten die Delegierten Verena Enzler in Bern zur Präsidentin der Versammlung. Die AV ist das Parlament des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, dem 26 Mitgliedskirchen angehören. Die Juristin tritt die Nachfolge von Therese Meierhofer-Lauffer an, deren Mandat nach zweijähriger Amtszeit zu Ende geht. Enzler ist seit 2011 Vizepräsidentin der AV und Synodalratspräsidentin der reformierten Kirche Kanton Solothurn.
Ein kleiner Kanton an der Spitze der Schweizer Reformierten? Verena Enzler mag dem nicht eine besondere Bedeutung beimessen. Das AV-Reglement schreibe vor, dass immer auch eine Frau und eine Vertretung aus der französischen Schweiz im AV-Büro Einsitz hat. Die Amtszeit im Büro dauert sechs Jahre. «Eine lange Dauer», meint Verena Enzler. Es sei deshalb gar nicht so einfach, Kandidaten und Kandidatinnen zu finden, die mit dem parlamentarischen Ablauf vertraut sind.
Als AV-Präsidentin wird Verena Enzler die Versammlung vorbereiten und leiten. Inhaltlich werde sie keinen Einfluss nehmen. Aber natürlich präge jede Präsidentin und jeder Präsident die Versammlung in einer gewissen Weise, räumt die Lostorferin ein. Die Solothurner Anliegen in der AV müsste Synodalrat Ueli Wilhelm vertreten, der den zweiten Solothurner Sitz im Kirchenparlament hat.
Zur Zeit ist der Kirchenbund daran, die Verfassung zu revidieren. In den kommenden Jahren werden die Kirchenmitglieder zurückgehen. Für Verena Enzler bedeutet dies, dass die einzelnen Kantonalkirchen enger zusammenarbeiten und Projekte gemeinsam realisieren müssen. Da sei es wichtig einen «Dachverband» wie den SEK zu haben, der Aufgaben für alle Kirchen übernimmt, erklärt Enzler, etwa die Koordination zwischen den Partnern oder die Vertretung der Reformierten in der Öffentlichkeit. Mit Ratspräsident Gottfried Locher habe man da eine gute Stimme.

Kleine Kantone müssen sich zusammenschliessen
Die reformierte Kirchenlandschaft in der Schweiz wird von den beiden finanzstarken Kirchen Bern und Zürich geprägt. Um den Anliegen der kleineren Kantonalkirchen mehr Gewicht im Kirchenparlament zu verleihen, sieht Verena Enzler die Möglichkeit der Zusammenschlüsse, so wie dies die Kantonalkirchen der Nordwestschweiz getan haben. Auf der anderen Seite versteht Verena Enzler die Kirchen von Bern und Zürich, die gut die Hälfte der Kosten des Kirchenbundes bezahlen.

Tilmann Zuber


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