Baudenkmal und Begegnungsort
«Das Gemeindehaus Oekolampad ist ein Haus mit bewegter Geschichte. Eingeweiht 1931, diente es bis 2011 als kirchlicher Treffpunkt. Heute ist es ein neu genutzter Ort der Begegnung, der verschiedenen gemeinnützigen Institutionen ein Zuhause bietet», sagt Benedikt Pfister, Autor der Publikation «Gemeindehaus Oekolampad: Identität – Wandel – Begegnung».
Grosses Engagement
Fast einhundert Jahre liegen zwischen der Einweihung des Gemeindehauses Oekolampad durch die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt und seiner heutigen profanen Nutzung. 1931 in kubistischer Backsteinarchitektur errichtet, wurde das Gemeindehaus rasch zu einer festen Grösse des kirchlichen und sozialen Lebens im zeitgleich wachsenden Grossbasler Stadtquartier. Mehrere Generationen von Gemeindemitgliedern wurden im Haus getauft und konfirmiert. Im Oekolampad fanden unzählige Hochzeiten, Theatervorstellungen, Basare, Feiern und Feste statt. Das Gemeindehaus wirkte identitätsstiftend und prägte viele Menschen.
Einige Ereignisse und Auftritte strahlten in die ganze Stadt Basel aus. «Walter Lüthi, der charismatische erste Pfarrer des neuen Gemeindehauses, setzte sich vehement gegen die menschenfeindliche Ideologie des Nationalsozialismus zur Wehr», sagt Benedikt Pfister. «Ruth Epting war als erste weibliche Stimme auf der Kanzel eine Pionierin und trat für die Anliegen der Frauen ein.» Und immer wieder engagierten sich Menschen für Flüchtlinge.
Vorbildhaftes Fortbestehen
Nach dem Verkauf an die Wibrandis Stiftung 2020 blieb nicht nur der denkmalgeschützte Bestandsbau erhalten. Auch seine Geschichte und Bestimmung wurden bei der Neuplanung mitgedacht. Sein Fortbestehen zeigt vorbildhaft, wie die Umwandlung von sakralen Gebäuden inhaltlich und baulich neu gedacht und in die Realität umgesetzt werden kann.
Die Publikation schildert diesen Transformationsprozess. Grossformatige Fotografien von Basile Bornand dokumentieren den Umbau durch das Basler Architekturbüro Vécsey*Schmidt Architekt*innen.

Gemeindehaus Oekolampad: Identität – Wandel – Begegnung. Benedikt Pfister, Wibrandis Stiftung (Hg.) 2025, 31 Franken.
Baudenkmal und Begegnungsort