Cicely Saunders: «Du zählst, weil Du bist»
Martina Holder ist Pfarrerin in Riehen, Bildungsverantwortliche Palliative Care im Kanton Aargau und hat die Saunders-Ausstellung «Du zählst, weil Du bist» kuratiert. Zusammen mit Schwester Doris Kellerhals von der Kommunität Diakonissenhaus Riehen zeigt sie diese in Riehen. Dank der Kooperation der Kommunität mit Taizé beinhaltet die Ausstellung auch Bilder des Arztes und Palliative-Care-Spezialisten Frère Ghislain.
Beeindruckende Frau
«Cicely Saunders war die erste Frau, die in mehreren Disziplinen Fachfrau war und durch ihre Erfahrungen in Begleitung Schwerkranker und Sterbender bewiesen hat, dass regelmässige Schmerzmittelabgabe physisches Leiden lindert. Menschen können so neue Kraft schöpfen fĂĽr ihre Beziehungen, fĂĽr Lebensqualität und ihre Spiritualität», erklärt Martina Holder. Dieser ganzheitliche Ansatz spiele bei ÂPalliative Care noch immer eine zentrale Rolle.
Cicely Saunders kam 1918 in der Nähe von London zur Welt. Sie studierte Ă–konomie, Politik und Philosophie in Oxford. Im Zweiten Weltkrieg gab sie das Studium zugunsten einer Ausbildung zur Pflegefachfrau auf. Die Pflege und Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden war ihr ein Herzensanliegen. Ein Arzt ermutigte sie, Medizin zu studieren. 1967 eröffnete Saunders in London das StChristopher’s Hospice, dem auch ein Forschungszentrum angeschlossen war. Dort konnten sich Fachpersonen aus aller Welt Âweiterbilden und die Arbeit des Hospizes kennenlernen.
Saunders hat während mehr als fĂĽnf Jahrzehnten die Entwicklung, Forschung und Praxis von Palliative Care international mitbestimmt und vorangebracht. Sie veröffentlichte zahlreiche Forschungsbeiträge zum Thema Schmerz und Schmerzverständnis, reiste viel und ermutigte auch in der Schweiz zahlreiche Personen, sich in unterschiedlichen Settings fĂĽr ÂPalliative Care einzusetzen. Saunders’ Ansatz beruht auf dem Axiom: «Du zählst, weil Du bist.» Cicely Saunders hat medizinische Erkenntnisse mit theologisch-philosophischen Reflexionen in Arbeit und Forschung eingebracht. «Saunders’ christliche Spiritualität und ihre Offenheit, jedem Menschen – unabhängig von Herkunft, Einstellung und Religion – mit Respekt zu begegnen, haben mich geprägt», sagt Martina Holder.
Ausstellungskonzept
Die Ausstellung war bisher in Muri, Zürich, Baden, Zofingen, Reiden und Münster zu sehen. Allein im Kanton Aargau haben mehr als 1000 Menschen die Ausstellung besucht. Konzeptionell besteht die Ausstellung aus Texten und Bildern. Schlüsseltexte von Saunders zu Palliative Care und Spiritual Care können mit dem Mobile via QR-Code abgerufen und gehört werden.
Während des Rundgangs kommen die Besuchenden an einer Leseecke, einer Spielecke und an einem Pflegebett mit Fragen vorbei. Für einen Rundgang empfiehlt Martina Holder, sich rund eineinhalb Stunden Zeit zu nehmen. «Mein Tipp: Am Nachmittag ist das Spittler-Café geöffnet – jeweils eine günstige Gelegenheit für einen stärkenden Zwischenhalt.»
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Ausstellung im Diakonissenhaus Riehen. 6. Februar bis 30. April, Mo bis So, 8–11.30 Uhr/13.30–17 Uhr. Diverse Begleitveranstaltungen.
Weitere Infos: www.diakonissen-riehen.ch, www.pccv.ch, www.palliative-begleitung.ch
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