Der Garten der Hoffnung
Am 8. März sprach die reformierte Kirchgemeinde Laufental während einer ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung Eigenmittel im Wert von 100'000 Franken, um eine ökologische Umgebungsgestaltung vorzunehmen. Die Kirchgemeinde ist damit eine Vorreiterin im Kanton und hat bereits einen neuen Zielsetzungsprozess bei der Reformierten Kirche Baselland angestossen.
Im Herbst dieses Jahres soll es losgehen: Nach zwei Jahren sorgfältigen Planens werden neue Rabatten angelegt, Sträucher, Bäume und Wildblumen gepflanzt und Asphalt zu grossen Teilen mit Schotter ersetzt. Aus dem kahlen Kirchenvorplatz soll ein kleiner Park werden mit Bänken und Schatten, in dem die Menschen zur Ruhe kommen können.
Die Projektkoordination der «Ökologischen Umgebungsgestaltung Laufen» liegt bei Isabel Brogle, in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekt Peter Steiger und Christian Senn von der Kirchenpflege Laufental. Getragen wird das Projekt von der Kirchenpflege als Ganzes. Beruflich kartiert Brogle Weiher ausserhalb des Siedlungsgebiets für Pro Natura. Sie nahm das Projekt 2024 auf, als sich die Kirchgemeinde auf den Weg Richtung Umweltlabel «Grüner Güggel» machte. Um das Zertifikat zu erhalten, müssen Gemeinden eine lange Liste von Vorgaben erfüllen – eine davon ist die Umgebung. Mit ihrem beruflichen Hintergrund bot Isabel Brogle an, die Aufgabe anzunehmen. Sie und ihr Team beauftragten Landschaftsgärtner, stellten Anträge und sammelten Fördergelder.
Wir wollen ausdrücklich die Basis der Nahrungskette fördern. Das fängt bei den Insekten an. Dafür brauchen wir viele Blumen.
Ein blühender Garten durchs ganze Jahr
Noch wirkt das vorgesehene Projekt wie ein utopischer Traum. Aber Isabel Brogle sieht bereits einen Garten, in dem noch vieles kahl ist. «Hier kommt eine Allee mit grossen Bäumen hin», sagt sie und zeigt mit beiden Händen auf die Wegränder hinter der Kirche, die bislang nur von grasbewachsenen Rabatten und Wiesen gesäumt werden. Der Asphalt wird ausgehoben und durch Schotterrasen ersetzt. So soll sich der Boden weniger erhitzen und das Wasser bei Niederschlag schneller versickern. Die Bäume werden wiederum wertvollen Schatten spenden. Immerhin gehen täglich nicht nur zahlreiche Spaziergänger diesen Weg entlang, sondern auch rund 600 Schülerinnen und Schüler. Hinten in den Wiesen entstehen zwei Weiher.
Hinter dem südorientierten Kirchgemeindesaal entsteht ein Trockenstandort. Hier sollen einheimische sonnen- und trockentolerante Pflanzen wachsen, die in den Hügeln des Laufentals schon längst vorkommen. «Ich möchte den Leuten zeigen, wie schön unsere Natur ist», sagt Brogle. «Wir wollen ausdrücklich die Basis der Nahrungskette fördern. Das fängt bei den Insekten an. Dafür brauchen wir viele Blumen.» Über den ganzen Vegetationszyklus hinweg soll es bis in den Herbst hinein immer blühen.
Kantonalkirche klärt Unterstützungsmöglichkeiten
Insgesamt kostet das Projekt fast 800'000 Franken. Mit den gesprochenen Eigenmitteln der Kirchgemeinde kann sich das Komitee nun auch auf Fördergelder vom Bund bewerben. Indes unterstützte die Reformierte Kirche Baselland das Projekt nur mit einem kleinen Beitrag. Grund dafür ist, dass es bisher keinen Fonds für Projekte dieser Art gibt und die Kantonalkirche sich nach dem Reglement des Baufonds richten musste. Dieser ist eigentlich nur für Bauten vorgesehen, ein Landschaftsprojekt passt nur im weitesten Sinn in die Kriterien. «Uns wurde dadurch bewusst, dass ein spezielles Gefäss nötig ist», sagt Kirchenratspräsidentin Regine Kokontis. «Verantwortung im Bereich Bewahrung der Schöpfung zu übernehmen, ist Teil unserer Strategie. Wir haben uns deshalb als Legislaturziel gesetzt, neue Möglichkeiten abzuklären, damit andere Kirchgemeinden in Zukunft auch die Chance haben, solche Projekte zu verwirklichen.»
Der Garten der Hoffnung