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Der «Schwarze Peter» eine gute Karte

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01.01.2016
Tobias Hochstrasser ist «Aussendienstmitarbeiter» im übertragenen Sinne. Denn wenn der Gassenarbeiter seinen «Dienst» beginnt, dann sucht er jene Menschen auf, die der Volksmund «Obdachlose» nennt.

Menschen, die auf der Strasse leben oder einfach ihre sozialen Kontakte auf der Gasse pflegen und deshalb auch für alle sichtbar sind. Zum Beispiel am Bahnhof SBB oder am Claraplatz in Basel. «Sie sind ein Teil der Gesellschaft und sollen deshalb auch sichtbar sein», sagt Tobias Hochstrasser. Er und seine Arbeitskolleginnen vom «Schwarzen Peter» sind unter den Randständigen bekannt wie bunte Hunde. Das gute Einvernehmen zeigt sich daran, dass Menschen, die erst seit kurzem auf der Strasse leben, dank der Mund-zu-Mund-Propaganda auf die Gassenarbeiter zukommen. «Wir beraten, vermitteln, begleiten und leisten Krisen- und Soforthilfe», umschreibt Tobias Hochstrasser das Tätigkeitsfeld des «Schwarzen Peters».

«Schwarzer Peter» ergreift Partei
Die Leute vom «Schwarzen Peter» ergreifen Partei. Tobias Hochstrasser: «Wenn wir jemanden zu einer Behörde begleiten oder an einem runden Tisch von Anwohnern teilnehmen, dann vertreten wir klar die Interessen unserer Klienten.» Alle Dienstleistungen des «Schwarzen Peters» sind kostenlos. Einziges Kriterium für eine Hilfeleistung ist, dass die betreffende Person freiwillig an den «Schwarzen Peter» gelangt und selbstbestimmt handelt. «Wir hören zu und gehen von der real erlebten und erzählten Lebenssituation aus, ohne sie moralisch zu werten», sagt Tobias Hochstrasser.
Über 350 Menschen ohne festen Wohnsitz haben ihre Postadresse beim «Schwarzen Peter». Fünfmal die Woche ist das Lokal geöffnet, zweimal für Beratungen. «Bereits im ersten Halbjahr 2015 hatten wir über 10 000 Kontakte, Tendenz steigend», erzählt der Gassenarbeiter, und: «In diesem Winter wird aller Voraussicht die Zahl jener zunehmen, die im Freien übernachten müssen.»
Dies, weil sie die Bedingungen für die Aufnahme in der Notschlafstelle nicht erfüllen und es an anderen Angeboten in Basel mehr als mangelt. «Gerade für Auswärtige wird es schwieriger, denn sie können nur noch einmal während einer Woche das Angebot der Notschlafstelle über eine soziale Institution Basels nutzen, danach kostet jede Übernachtung 40 Franken.» Grund dafür sind verschärfte Bestimmungen. So wurde der Preis pro Übernachtung von 6 Franken auf 7.50 Franken erhöht und das «Wochenabo» zu 36.50 Franken abgeschafft.
«Deshalb sammeln wir nun Zelte und Schlafsäcke, damit wir im Winter bei Minustemperaturen schnell handeln können», sagt Tobias Hochstrasser. Die Arbeit wird ihm und seinen vier Mitstreitenden so bald nicht ausgehen. 

Zum Bild: Auf den Sitzbänken vor dem Bahnhof SBB halten sich oft Randständige auf.

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